LÄK-Wahlen 2026: “Wir brauchen als fachübergreifender Verband wieder eine starke Stimme”

11. März 2026

Die Vorbereitungen auf den Wahlkampf für die Landesärztekammerwahl im kommenden Herbst laufen auf Hochtouren, die Kampagnen werden entwickelt, die Wahllisten füllen sich. Im vergangenen Oktober fand die erste Online-Veranstaltung mit dem Präsidenten der Landesärztekammer Baden-Württemberg Dr. Wolfgang Miller statt, der erneut für MEDI kandidiert.

„Die Kandidatinnen und Kandidaten sind hochmotiviert. Wir brauchen als fachübergreifender Verband wieder eine starke Stimme in der Kammer und an der Spitze. Ich freue mich auf einen engagierten Wahlkampf und möchte alle MEDI-Mitglieder auffordern, sich aktiv zu beteiligen“, betont MEDI-Chef Dr. Norbert Smetak. Landesärztekammer-Präsident und MEDISpitzenkandidat Dr. Wolfgang Miller ergänzt: „Wir möchten möglichst viele Menschen aus allen Regionen in Baden-Württemberg motivieren, sich einzusetzen und ihre Netzwerke zu nutzen. Die Wahlen werden lokal gewonnen, nicht überregional. Es geht um starke Inhalte, aber es geht auch um starke Menschen, die mit ihrer Persönlichkeit wirken und die relevanten Themen für uns alle durchsetzen.“

Veränderungen müssen von Niedergelassenen mitgestaltet werden

Eine MEDI-Arbeitsgruppe mit Teilnehmenden aus verschiedenen Fachgruppen, dem MEDI-Vorstand und der Unternehmenskommunikation entwickeln aktuell das Wahlprogramm und die Kampagne. „Mit einer Tour de Ländle werden wir in vielen Regionen Präsenz zeigen und Kolleginnen und Kollegen mobilisieren. Wir möchten den Wahlkampf nutzen, um in den persönlichen Kontakt zu treten, auch um zu erfahren, was die Kolleginnen und Kollegen umtreibt. Wir sind offen für alle Themen“, berichtet Smetak. Die Inhalte für die Wahlen liegen auf der Hand: Es geht unter anderem um den massiven Abbau von Bürokratie, den Ausbau der Weiterbildung in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, eine funktionierende und sichere Digitalisierung oder die künftige Rolle von KI in den Praxen. „Wir stehen vor einem großen Transformationsprozess: Die Demografie, der steigende Fachkräfte- und Ärztemangel und der rasante Fortschritt künstlicher Intelligenz – all diese Veränderungen müssen von uns niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten federführend mitgestaltet werden“, so Smetak.

Tanja Reiners

» Daniela Ibach, niedergelassene Hausärztin und Psychotherapeutin, Vizepräsidentin der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg und MEDI-Mitglied:

Die Ärztekammer ist das Organ unserer ärztlichen Selbstverwaltung. Sie ist unter anderem für die ärztliche Fort- und Weiterbildung und die Umsetzung des ärztlichen Berufsrechts verantwortlich. Für uns Ärzte bedeutet das ein Stück politische Freiheit und Autonomie. Damit die Kammerarbeit weiterhin von ärztlicher Kompetenz bestimmt wird und sich nicht von politischer Lobbyarbeit diktieren lässt, liegt mir diese Arbeit besonders am Herzen. Als Hausärztin und Psychotherapeutin arbeite ich sowohl haus- als auch fachärztlich. MEDI ist der einzige berufsständische Verband, der sich mit ganzer Kraft sowohl für Haus- als auch für Fachärzte engagiert und zusätzlich sektorenverbindend arbeitet. Deshalb bin ich überzeugtes MEDI-Mitglied und kandidiere auch bei der nächsten Kammerwahl für MEDI. Die politisch gewollte Spaltung der Ärzteschaft muss endlich aufhören!

» Dr. Florian Grabs, niedergelassener Gastroenterologe, stellvertretender Sprecher von Young MEDI:

Ich engagiere mich als junger niedergelassener Gastroenterologe für die Kammerwahlen, weil ich die Rahmenbedingungen mitgestalten möchte, damit unser Beruf weiterhin attraktiv bleibt. Ich möchte, dass die Niederlassung für den medizinischen Nachwuchs genauso interessant ist wie für mich. Die ambulante Versorgung macht rund 90 Prozent der gesamten medizinischen Versorgung aus und ist eine entscheidende Säule im Hinblick auf die medizinische Versorgung der Zukunft. Denn die Ambulantisierung schreitet weiter voran. Deshalb ist es wichtig, dass auch die Weiterbildung in der ambulanten Medizin gestärkt wird. Durch bevorstehende Klinik- oder Standort-Schließungen sollte Assistenzärztinnen und -ärzten die Möglichkeit geschaffen werden, künftig länger ihre Ausbildung in den Praxen zu absolvieren. Nur so können wir sie auch für die Niederlassung gewinnen. Und: Wir benötigen die finanzielle Förderung von Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten für alle Facharztgruppen, um auch die fachärztliche Versorgung zu sichern.

» Dr. Timo Hurst, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Mitglied im erweiterten MEDI-Vorstand:

Als langjähriger Ärzteschaftsvorsitzender, Delegierter sowie in mehreren Ausschüssen in Kammer und KV tätiger Arzt mit Stationen im Akut- und Reha-Bereich, unter anderem als Chefarzt, stehe ich für die Forderung nach geschlossenem Auftreten der Gesundheitsberufe. Erbrachte Leistungen aller Niedergelassenen müssen immer voll vergütet werden. Wir müssen uns zudem mehr auf unsere ärztlichen Leistungen konzentrieren können, um Qualität zu erhalten. Dafür benötigen wir eine funktionierende IT, die Abschaffung von Einzelfallprüfungen, die Festlegung von Bagatellgrenzen sowie eine massive Entbürokratisierung. Bewährtes könnte sonst bald verloren gehen. In allen Gesundheitsfragen muss das unabhängige ärztliche Votum verbindliche Voraussetzung für Entscheidungen sein. Und: Die Implementierung üblich gewordener Ansprüche wie Anstellungsverhältnisse und Teilzeit muss ohne schädliche Lastenverschiebung realisiert werden.

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