Seit jeher zählt die persönliche Gesundheit, deren Erhalt oder Wiederherstellung, zu den zentralen Themen. Mit dem Entstehen der modernen Industriegesellschaft im 19. Jahrhundert hat der Staat viele die Gesundheit berührende Bereiche durch Gesetze geregelt, Institutionen gegründet und Zuständigkeiten definiert.

Für die Entwicklung des deutschen Gesundheitssystems war die Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung durch die Sozialgesetzgebung von Bismarck im Jahr 1883 ein wichtiger Meilenstein.

Prägende Merkmale der Sozialpolitik des Deutschen Kaiserreichs – nicht zuletzt das Monopol der Kassenärztlichen Vereinigung – sind heute noch Bestandteil unseres Gesundheitssystems, das im Wesentlichen aus drei Funktionsebenen besteht:

MEDI GENO Deutschland e.V.

Kulmbacher Straße 15
10777 Berlin
Tel. 030 88 70 86-36
Fax 030 88 70 86-37
info@medi-verbund.de

Geschäftsstellenleitung
Frank Hammer
frank.hammer@medi-verbund.de
Tel. 0711 80 60 79-232

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Staatliche Steuerung
Staatliche Stellen (Bund, Länder und Kommunen) stellen die Rahmenbedingungen für die Krankenversorgung und -finanzierung, Arzneimittelversorgung sowie für Medizin- und Blutprodukte, die zumeist vom Bundesministerium für Gesundheit durch Bundesgesetze (Fünftes Buch Sozialgesetzbuch – SGB V) geregelt werden.

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Mittelbare Staatsverwaltung
Körperschaften und Verbände (Bund der Krankenkassen, Kassenärztliche Bundesvereinigung usw.), deren Aufgabe es ist, die gesundheitliche Versorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zu organisieren und zu sichern.

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Marktwirtschaftliche Steuerung
Unternehmen, Organisationen und Vereinigungen (private Krankenversicherung, Hartmannbund, Marburger Bund, MEDI GENO usw.) konkurrieren im freien Wettbewerb.

Situation im deutschen Gesundheitswesen

Die Entwicklung des Gesundheitsmarktes ist geprägt durch die steigende Lebenserwartung und die Veränderung der Altersstruktur in der Gesellschaft, das verstärkte Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung, den medizinischen Fortschritt, die Einspar- und Liberalisierungsstrategien der Regierung und die damit verbundenen intensiven staatlichen Regulierungen.

Daraus resultieren hohe Fallzahlen und niedrige Vergütungssätze für die Leistungserbringer. Ebenso entsteht dadurch ein erschwerter Wettbewerb, der oft noch verschärft wird durch medizinferne, kapitalkräftige internationale Anbieter.

Diese drängen auf den deutschen Gesundheitsmarkt und etablieren zur Optimierung ihrer Wertschöpfung oligopolistische Strukturen mit horizontalen und/oder vertikalen Verflechtungen. Im ambulanten Bereich geschieht dies vorwiegend durch medizinische Versorgungszentren, die mit niedergelassenen Arztpraxen in Wettbewerb treten.

Die Politik versucht seit Jahrzehnten die Diskrepanz zwischen steigenden Gesundheitskosten und sinkenden Krankenversicherungsbeiträgen durch intensive staatliche Regulierungen zu lösen – zulasten der Ärzte im Bereich der ambulanten Versorgung.

Einer Studie zufolge geht jeder Deutsche durchschnittlich 17,7 Mal zum Arzt. Abhängig von Fachrichtung und Behandlungsleistung kann das Honorar für niedergelassene Ärzte gerade mal bei 34 Euro pro Patient und Quartal liegen. Um wirtschaftlich über die Runden zu kommen, berät der Arzt bis zu 60 Patienten pro Tag – das sind pro Patient durchschnittlich acht Minuten Beratungszeit.

54 % der befragten Ärzte sind mit dieser Situation unzufrieden. So sinkt auch die Zahl neuer Ärzte aufgrund unsicherer und unbefriedigender Berufsperspektiven stetig, was bei einer fortschreitenden Überalterung der niedergelassenen Ärzte zusätzliche Probleme für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung schafft.

MEDI GENO Deutschland e.V. macht es sich zur Aufgabe, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Entstehung landesweiter Ärztenetze

Die KVen als Körperschaften des öffentlichen Rechts haben die berufspolitischen Interessen der Mediziner immer weniger wahrgenommen und nichts gegen die fortschreitende Unterfinanzierung im ambulanten Bereich tun können. Der Staat griff immer tiefer in die Therapiefreiheit ein und erlegte den Ärzten steigende Budgets auf, welche die Qualität der fachübergreifenden und flächendeckenden Versorgung minderten.

Gleichzeitig machten sich Politiker aller Parteien für mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen stark. In einem Wettbewerb stünden aber die einzelnen niedergelassenen Ärzte dem Oligopol der Krankenkassen gegenüber, die damit die Nachfrage- und die Marktmacht hätten.

Die Ärzte sahen sich mit folgender Situation konfrontiert:

  • Die KVen werden in Zukunft immer weniger die Interessen ihrer Mitglieder durchsetzen und die wohnortnahe flächendeckende Versorgung der Patienten sichern.
  • Durch den Wettbewerb könnten die Krankenkassen die Sicherstellung immer mehr an sich reißen und einzelne Ärzte „einkaufen“.
  • Die Niedergelassenen müssen sich fachübergreifend neu organisieren, und zwar in einer möglichst großen Gruppe statt einzelner Netze, um gegenüber den Krankenkassen geschlossen auftreten zu können.

Auf der Suche nach Alternativen zur bisherigen Organisationsform, die durch das Sozialgesetzbuch V bestimmt wird, entstanden Ärzteverbünde.

Dr. med. Werner Baumgärtner und andere politisch aktive Ärzte aus Nordwürttemberg organisierten sich außerhalb der KV. So entstand 1999 der MEDIVERBUND.
Damit der staatliche Einfluss über das SGB V, wie bei den KVen als Körperschaften öffentlichen Rechts, ausgeschlossen ist, wurde für den MEDIVERBUND ganz bewusst die Rechtsform der GmbH gewählt.

Dem Beispiel MEDIVERBUND folgten Ärzte in vielen Regionen und Bundesländern, sodass im Laufe der Zeit deutschlandweit unterschiedlich organisierte Ärztenetze außerhalb der KVen entstanden.

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