MEDI bietet ab sofort Online-Notfalldienst-Vermittlung an

Seit dem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) ist nicht auszuschließen, dass die Tätigkeit von Poolärztinnen und -ärzten im Rahmen des Notfalldiensts sozialversicherungspflichtig ist. Deshalb werden jetzt laut KV BW sämtliche Poolarztvereinbarungen mit sofortiger Wirkung aufgekündigt und diese aus BD-online herausgenommen. Um die Notfalldienstversorgung zu steuern, bietet MEDI eine digitale Vermittlungslösung für alle Niedergelassenen und Poolärztinnen und -ärzte an.

 

Und so funktioniert es:

  1. Sie erreichen die digitale Vermittlungslösung unter: https://www.ndv.medi-verbund.de/
  2. Alle Niedergelassenen, die Ihre Notfalldienste zur Vertretung anbieten wollen und alle Poolärztinnen und -ärzte, die diese Dienste übernehmen möchten, können sich ab sofort auf dieser Seite registrieren (Poolärztinnen und -ärzte laden bitte die entsprechenden Nachweise zur Approbation, zur Facharztausbildung und zur Berufshaftpflichtversicherung hoch).
  3. Ab dem 2. November 2023 um 15 Uhr wird die Vermittlungsfunktion freigeschaltet. Ab diesem Zeitpunkt können die registrierten Niedergelassenen ihre zu vertretenden Notfalldienste digital anbieten und die registrierten Poolärztinnen und -ärzte können diese verbindlich zur Übernahme buchen.
  4. Bei einer erfolgreichen Notfalldienstvermittlung erhalten der Niedergelassene und der Poolarzt jeweils eine Bestätigungs-E-Mail. Diese enthält unter anderem die Qualifikationsnachweise des Poolarztes und die Kontaktdaten der involvierten Parteien, sodass eine Überprüfung der Qualifikation des Poolarztes durch den Niedergelassenen und ein bilateraler Austausch zu den weiteren Rahmenbedingungen erfolgen kann.
  5. Parallel hierzu wird die jeweilige Notfallpraxis – ebenfalls per E-Mail – über die erfolgreiche Notfalldienstvermittlung informiert, sodass Verwechslungen vermieden werden können.

Für einen möglichst reibungsfreien Ablauf der neuen Online-Vermittlung und auch der Übernahme von Notdiensten, möchte MEDI Sie an dieser Stelle über weitere Themen informieren und um Ihre Mithilfe bitten:

  • In einem ersten Schritt wäre es sehr wichtig, dass Sie als niedergelassene Kollegin oder niedergelassener Kollege dieses Schreiben an alle ihnen bekannten Poolärztinnen und -ärzte weiterleiten. Wir können das nicht, da uns aktuell die Poolärztinnen und -ärzte unbekannt sind. Unabhängig davon besteht eventuell für MEDI noch die Möglichkeit, die Poolärztinnen und -ärzte trotzdem zu informieren.
  • Alle bei MEDI registrierten Poolärztinnen und -ärzte dürfen auch weiterhin außerhalb ihres Notdienstbezirks Notfalldienste von abgebenden Niedergelassenen übernehmen.
  • Zur Frage, ob eine sozialversicherungspflichtige Anstellung im Fall der Übernahme Ihres Notfalldienstes durch den Poolarzt besteht, nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Steuerberater auf.
  • Die Abrechnung der im Notfalldienst erbrachten Leistungen erfolgt unter Angabe der LANR des Niedergelassenen. Die Klärung der Vergütung der Notfalldienstübernahme obliegt ausschließlich dem Vertretenden und dem Vertreter.
  • Zu weiteren organisatorischen Fragen setzen Sie sich bitte direkt mit Ihrem Notfalldienstbeauftragten oder der Notfalldienstpraxis in Verbindung.

MEDI wird parallel zu dieser Vermittlungsmöglichkeit alles daran setzten, die wertvolle Tätigkeit unserer Poolärztinnen und -ärzte zu entbürokratisieren um damit auch Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, von den überbordenden Anforderungen jenseits unserer Profession zu entlasten.

 

 

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Bei viel Wind muss man Segel ausrichten und Kurs anpassen

Auch die hiesigen Vertragsärztinnen und -ärzte hätten die Macht, die Politik unter Druck zu setzen: „Denn wem beim Segeln zu viel Wind entgegenweht, der muss zwangsläufig die Segel neu ausrichten und den Kurs anpassen“, meint Ruland dazu. Sein Vergleich zum Segelsport kommt nicht von ungefähr: Seit 15 Jahren bezeichnet er sich als Marinero und verbringt viel Zeit auf dem Wasser. Daneben spielt er Tennis, dreht gelegentlich ein paar Joggingrunden und unternimmt zusammen mit seiner Frau gern ausgedehnte Reisen, von der jahrzehntelangen Liebe zur aktiven Popmusik ganz zu schweigen: Ruland hat in mehreren Bands Klavier und Gitarre gespielt und auch einen eigenen Chor gegründet. All diese Freizeitaktivitäten haben mehr Raum in seinem Leben, seit er vor zehn Jahren begann, die Arbeitszeit in seiner Praxis schrittweise zu reduzieren. Aktuell arbeitet Ruland noch halbtags: „Das macht meist Spaß, doch ich schätze auch die neugewonnene Freiheit sehr.“

Vor allem genießt er es, als Teilzeit-Ruheständler mehr Dinge als zuvor dem Zufall überlassen zu können, sich auch einmal ziellos treiben zu lassen. Als er ein junger Mann war, gab es bereits einmal eine ähnliche Phase, die er in seiner Vita als ‚Lehr- und Wanderjahre‘ aufführt. „Ich habe keine ganz geradlinige Biografie“, erzählt Ruland. Das heißt: ein Semester Informatik, gefolgt von einem Parkstudium in Chemie und diversen Praktika im Krankenhaus. „Es gab auch depressive Zeiten in dieser Findungsphase“, erinnert er sich, „doch ich habe in dieser Zeit meine spätere Frau kennen gelernt, mit der ich bis heute glücklich verheiratet bin. Das wäre ohne diese zwei Jahre nicht passiert.“ Dass seine Eltern seine zeitweilige Orientierungslosigkeit seinerzeit stoisch ertragen und ihn unbeirrt weiter unterstützt haben, nötigt ihnen größten Respekt ab. Doch Ruland ist sich sicher: „Wer nach einer lückenlosen Biografie erst in späteren Jahren in eine Sinnkrise stürzt, der trägt möglicherweise schwerer die Konsequenzen.“

Antje Thiel

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Schuldenbremse: MEDI warnt vor weiteren Kürzungen in der ambulanten Versorgung

Der fachübergreifende Ärzteverband MEDI Baden-Württemberg e. V. warnt hinsichtlich der aktuellen Diskussion um die Schuldenbremse und den Haushalt 2024 vor weiteren Kürzungen in der ambulanten Versorgung. „Eine qualitativ hochwertige und präventive ambulante Versorgung stärkt unser gesamtes ökonomisches System“, sagt der Vorsitzende von MEDI Baden-Württemberg e. V. und praktizierende Kardiologe Dr. Norbert Smetak.