MEDI: Vom klassischen Unternehmen zum modernen Arbeitgeber

19. August 2026

Von einer klassisch aufgestellten Firma zum modernen Arbeitgeber – das ist ein spannender Prozess, wie MEDI-Personalleiterin Heike Mössler berichtet. Im Interview spricht sie darüber, was MEDI heute bereits auszeichnet: flachere Hierarchien, flexible Arbeitszeiten, vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten und betriebliche Altersvorsorge.

MEDI: MEDI wurde zum dritten Mal als Arbeitgeber der Zukunft ausgezeichnet. Wie viel bedeutet Ihnen das?

Mössler: Es ist toll, dass wir im Juni in Frankfurt erneut zertifiziert wurden. Aber ich bin ehrlich: Das Siegel steht zwar auf unserem Briefkopf und in Stellenanzeigen – ob es aber jemanden tatsächlich zur Bewerbung bewegt, ist schwer zu sagen. Was mich antreibt, ist die Aufgabe, MEDI als attraktiven Arbeitgeber weiterzuentwickeln. Da haben wir schon viel erreicht – gleichzeitig bleibt auch noch einiges zu tun.

MEDI: Was hat sich in den vergangenen Jahren konkret verändert?

Mössler: MEDI war als Unternehmen lange Zeit eher klassisch aufgestellt. Das hat sich grundlegend geändert. Heute gibt es teamorientiertes Arbeiten, flexible Arbeitszeiten, Familienfreundlichkeit und hybrides Arbeiten als echte Option. Ich selbst bin von Stuttgart nach Freudenstadt gezogen, weil Homeoffice das möglich gemacht hat. MEDI hat außerdem zusätzliche Lizenzen bei der Weiterbildungsplattform Udemy eingekauft. Dort gibt es Kurse zu Kommunikation, IT, Resilienz oder KI, die unsere Mitarbeitenden während der Arbeitszeit absolvieren können – viele davon mit Zertifikat. Diese Dinge zeigen vielleicht besser als jede Auszeichnung, was sich verändert hat.

MEDI: Macht sich das auch in der Unternehmenskultur bemerkbar?

Mössler: Ja, eindeutig. Heute ist die Kultur deutlich offener. Die Hierarchien sind flacher, Mitarbeitende können Entscheidungen mitgestalten. Für manche Idee muss man natürlich auch intern werben. Das ist ein spannender Prozess, an dem alle wachsen müssen.

MEDI: Welche weiteren konkreten Benefits bietet MEDI heute?

Mössler: Hier liegt mir besonders die betriebliche Altersvorsorge (bAV) am Herzen. Wir beteiligen uns sehr großzügig mit 50 Prozent des monatlichen Beitrags am abgeschlossenen bAV-Vertrag. Die Beteiligung ist auf 100 Euro pro Monat begrenzt. Wir heben uns damit von vielen Arbeitgebern ab, die das nur arbeitnehmerfinanziert anbieten. Das kommt in Bewerbungsgesprächen sehr gut an. Dazu gibt es monatlich 50 Euro Sachleistung auf einer Prepaid-Karte, die auch zu Geburtstagen und Jubiläen aufgeladen wird. Außerdem zahlen wir in unserem Mitarbeiterempfehlungsprogramm 3.000 Euro Prämie, wenn jemand eine Person empfiehlt und es zum Vertragsabschluss kommt. In fünf Jahren ist das sechs oder sieben Mal vorgekommen – kein Massenphänomen, aber ein echtes Signal, dass Mitarbeitende hinter dem Unternehmen stehen.

MEDI: Wie steht es um das betriebliche Gesundheitsmanagement?

Mössler: Das ist ein Bereich, an dem ich schon lange arbeite. Wir haben eine interne ärztliche Sprechstunde zusammen mit unseren MEDI-Mitgliedern angeboten, und klären über medizinische Themen auf. Zudem bauen wir im Intranet eine Informationstafel zu Gesundheitsthemen auf. Ein Gesundheitsmanagement mit Angeboten zur mentalen Gesundheit oder Schulungen zum Thema gesundes Führen stehen auch noch aus.

MEDI: MEDI bildet seit Herbst 2025 erstmals aus. Wie war der Start?

Mössler: Von drei Ausbildungsplätzen konnten wir zwei besetzen. Die beiden sind in IT und Büromanagement gestartet. Wir planen, noch eine Kauffrau oder einen Kaufmann im Gesundheitswesen ab September 2026 auszubilden. Für uns ein ganz neues Feld, in dem auch wir schon viel gelernt haben: Wer junge Menschen ausbildet, braucht neben Fachkompetenz auch kommunikative Stärke, muss Feedback geben, aber auch manchmal einen Blick ins Berichtsheft werfen.

MEDI: Wie verändert die Wirtschaftskrise Ihre Situation als Arbeitgeber?

Mössler: Aktuell gehen pro ausgeschriebene Stelle teils 80 bis 90 Bewerbungen ein. Wirklich passende, qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, bleibt trotzdem anspruchsvoll. Wenn bei den großen Arbeitgebern im Großraum Stuttgart demnächst weitere Stellen wegfallen, wird der Pool vielleicht breiter. Darauf warten wir aber nicht. Wir sind weiter vor allem auf LinkedIn präsent und arbeiten daran, dass MEDI als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird – nicht, weil wir ein Siegel haben, sondern weil es einfach stimmt.

Antje Thiel

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