Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz: MEDI droht mit Korbmodell

20. März 2024

Die fachübergreifenden Ärzteverbände MEDI GENO Deutschland e. V. und MEDI Baden-Württemberg e. V. kritisieren den Referentenentwurf zum Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz des Bundesministeriums für Gesundheit, der am vergangenen Samstag bekannt wurde, scharf. Der Verband spricht von einem “Generalangriff auf den Sicherstellungsauftrag“ und kündigt an, das sogenannte Korbmodell in Erwägung zu ziehen.

Nach dem aktuellen Referentenentwurf zum Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) erhalten die Länder gesetzlich die Möglichkeit sogenannte sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen zu bestimmen, im ersten Entwurf noch als „Level 1i-Kliniken“ angekündigt, deren Leistungsspektrum neben stationären auch erweiterte ambulante sowie medizinisch-pflegerische Leistungen umfasst. Das Gesetz räumt diesen sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen ferner die Möglichkeit ein, Leistungen der hausärztlichen Versorgung nach § 73 Absatz 1 Satz 2 zu erbringen.

„Das Gesetz ist in der aktuellen Version ein Generalangriff auf den Sicherstellungsauftrag durch die Hintertür. Soll Herr Lauterbach das Kind ‚Poliklinik‘ doch beim Namen nennen. Die Ambulantisierung der Hausärztinnen und Hausärzte in der Klinik nimmt den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen jegliche Entfaltungsmöglichkeit“, kritisiert Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg e. V., MEDI GENO Deutschland e. V. und praktizierender Kardiologe in Kirchheim unter Teck. Der MEDI-Chef kündigt an, das sogenannte Korbmodell in Erwägung zu ziehen. Bei diesem Modell geht es um einen gemeinschaftlichen Systemausstieg der Niedergelassenen durch Rückgabe ihrer Zulassungen.

„Jede Woche gibt es eine neue Hiobsbotschaft für die niedergelassene Ärzteschaft. Die Kolleginnen und Kollegen sind am Rande der Verzweiflung. Viele geben ihre Niederlassung früher ab. Die Politik zwingt uns, neben den Protesten, auch über Maßnahmen wie das Korbmodell konkret nachzudenken. Bei MEDI laufen aktuell erste Planungen“, ergänzt Dr. Bernhard Schuknecht, stellvertretender Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg e. V. und praktizierender Orthopäde im Rhein-Neckar-Kreis.

Tanja Reiners

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

Lange Wartezeiten: Praxen geben Tipps für ein erfolgreiches Terminmanagement

Patientinnen und Patienten verbringen jedes Jahr viele Stunden in deutschen Wartezimmern. Lange Wartezeiten gelten oft als unvermeidlich. Zwei MEDI-Ärzte zeigen, dass es auch anders geht: mit klarer Organisation, konsequentem Terminmanagement und einer Haltung, die auch die Zeit der Patientinnen und Patienten respektiert.

Landesärztekammerpräsident Miller: “Nicht gegeneinander, sondern miteinander”

Seit 2019 steht MEDI-Mitglied Dr. Wolfgang Miller, Orthopäde und Unfallchirurg aus Echterdingen bei Stuttgart, als Präsident an der Spitze der Landesärztekammer Baden-Württemberg. In diesem Jahr kandidiert Miller erneut bei den Kammerwahlen. Im Gespräch mit der MEDI erklärt er, was ihn antreibt, welche Rolle MEDI für ihn spielt und warum Kommunikation für ihn der Schlüssel der ärztlichen Selbstverwaltung ist.