MEDI ruft zum Protest gegen vdek-Forderungen auf

Anfang Januar hatte der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) Forderungen für mehr und schnellere Termine in der vertragsärztlichen Versorgung öffentlich gemacht. Der vdek sprach sich unter anderem gegen eine Entbudgetierung bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten aus und für eine Erhöhung der Mindestsprechstundenzeit sowie eine stärkere Überprüfung der Einhaltung der Versorgungsaufträge durch die Kassenärztlichen Vereinigungen. Mit einer großen Protestaktion und einem offenen Brief an den vdek weist der fachübergreifende Ärzteverband MEDI Baden-Württemberg e. V. jetzt auf den Unmut in der niedergelassenen Ärzteschaft hin.

„Die Forderungen des vdek sind eine Verunglimpfung für uns niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Hier wird bewusst eine Misstrauenskultur gegen die niedergelassene Ärzteschaft weiter vorangetrieben. Das wird der Versorgung noch mehr schaden. Damit wird der Verband seiner großen Verantwortung keineswegs gerecht“, kritisiert Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg e. V. und praktizierender Kardiologe.

In einem offenen Brief an die Vorsitzende des vdek Ulrike Elsner kritisiert der Ärzteverband die Forderungen scharf und weist daraufhin, dass MEDI die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte aufgerufen hat, Aufgaben künftig noch mehr zu priorisieren. Dabei soll die Versorgung der Patientinnen und Patienten an erster Stelle stehen. Eine zeitnahe Bearbeitung von Kassenanfragen – auch die der vdek-Mitgliedskassen – würden künftig deshalb nur eingeschränkt möglich sein.

„Neben dieser Priorisierung haben wir für unsere ärztlichen Kolleginnen und Kollegen auch ein Schreiben für ihre Patientinnen und Patienten entwickelt, indem wir über das Verhalten des vdek aufklären und sie darauf hinweisen, dass sie sich der fehlenden Wertschätzung für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte durch Kassenfunktionäre jederzeit durch einen Kassenwechsel entziehen können“, ergänzt Dr. Michael Eckstein, stellvertretender Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg e. V. und Hausarzt. Gemeinsam mit seinem Protestteam bei MEDI hat er die Kampagne federführend organisiert.

„In unserem offenen Brief fordern wir Frau Elsner auf, den Dialog über sinnvolle Versorgungspfade, die Ausdehnung von Selektivverträgen und Lösungen zur Patientensteuerung ernsthaft mit uns zu führen und mit uns in einen konstruktiven Dialog zu treten“, ergänzt Smetak.

Tanja Reiners

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