Positionspapier Landtagswahlen 2026
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Die ambulante Versorgung in Baden-Württemberg steht vor sehr großen Herausforderungen: Der demografische Wandel, der Fachkräfte- und Ärztemangel sowie die Zunahme an chronischen Erkrankungen werden das Gesundheitssystem in den kommenden Jahren weiter stark belasten. Schon heute klagen viele Patientinnen und Patienten über lange Wartezeiten bei Fachärztinnen und Fachärzten und über mangelnde hausärztliche Versorgung vor Ort. Für junge Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist die eigene Niederlassung zunehmend unattraktiv. Über 1.000 Hausarztsitze fehlen bereits in Baden-Württemberg, Tendenz steigend. 

Was kann die Politik in Baden-Württemberg konkret tun, welche Versorgungskonzepte können die ambulante Versorgung für die Zukunft in Baden-Württemberg sichern? Der Ärzteverband MEDI Baden-Württemberg hat konkrete Lösungen und erfolgreich erprobte Versorgungskonzepte, um die ambulante Versorgung zügig und effizient für die Zukunft zu sichern.

MEDI Baden-Württemberg e. V.

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Unsere Lösungen und Forderungen

Die freiberufliche ambulante Selbständigkeit – das erfolgreiche Versorgungsmodell

MEDI unterstützt die freiberufliche ambulante Selbständigkeit in allen Bereichen – von der Weiterbildung über die Selektivverträge und eigenen IT-Angebote bis zur Berufspolitik, weil sie seit Jahrzehnten das bewährte Versorgungsmodell in Deutschland ist. Rund 4.200 Praxen sind für die ambulante Versorgung von rund elf Millionen Menschen in ganz Baden-Württemberg zuständig. Sie versorgen ihre Patientinnen und Patienten täglich mit sehr großem Engagement – unter immer schwierigeren Bedingungen. Die ambulante Versorgung macht rund 90 Prozent der gesamten medizinischen Versorgung aus. Sie zu stärken, entlastet die Kliniken und somit das gesamte Gesundheitssystem. Die ambulante Versorgung ist somit der Gatekeeper im Gesundheitssystem und muss gestärkt werden.

Unsere Forderungen:

Die freiberufliche ambulante Selbständigkeit leidet unter mangelnder Attraktivität. Grund dafür sind eine überbordende Bürokratie und anhaltende Regresse – aufgrund einer bestehenden Misstrauenskultur. Hinzu kommt die fehlende Planungs- und Finanzierungssicherheit durch budgetierte Leistungen – gerade für junge Medizinerinnen und Mediziner. Wir brauchen Vertrauenskultur, keinen Kontrollzwang und fordern Bagatellgrenzen für Regresse sowie die Entbudgetierung aller Fachgruppen als finanziellen Anreiz und für unsere Planungssicherheit.

 

Haus- und Facharztverträge – die Blaupause aus Baden-Württemberg

Baden-Württemberg zeichnet sich durch Innovation aus – auch im Gesundheitswesen. Unsere langjährig bewährten Versorgungskonzepte – die Haus- und Facharztverträge – sind zukunftweisend und eine echte Blaupause für eine gesteuerte und moderne Versorgung für ganz Deutschland. Die aktuelle Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) zeigt: weniger unkoordinierte Facharztkontakte, Vermeidung von schweren Komplikationen bei chronisch Erkrankten und weniger Inanspruchnahmen des organisierten Notfalldienstes. Damit wird das Gesundheitssystem bei guter Versorgungsqualität entlastet. Auch die Studien zu unseren Facharztverträgen belegen eine bessere Versorgung sowie eine reduzierte Mortalität. Somit gibt es in Baden-Württemberg bereits ein erfolgreich etabliertes Primärarztsystem, das aber nur in der Kombination mit den Haus- und Facharztverträgen und der Kooperation der Behandlerinnen und Behandler funktioniert.

Unsere Forderungen:

Wir möchten die Verträge für alle Fachgruppen weiter ausbauen. Wir fordern die Landespolitik auf, das „Innovationsmodell Selektivverträge“ aus Baden-Württemberg in Berlin zu platzieren und die Entbudgetierung aller Facharztgruppen zu unterstützen, damit die ambulante Versorgung zukunftsfähig bleibt.

Erfolgsmodell MEDI-MVZ – unter ärztlicher Leitung

Mit eigenen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) unter ärztlicher Leitung unterstützt MEDI bereits seit 2019 die ambulante Versorgung in Baden-Württemberg – vor allem auch in ländlichen Regionen. Unsere erfolgreichen MVZ schließen schon heute gravierende Versorgungslücken im Land – mit modernster ambulanter Medizin. Und: Sie bieten gerade für junge Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld, in dem Familie und Beruf sowie individuelle Lebenskonzepte vereinbar sind. MEDI wird auch in Zukunft mit weiteren MVZ die Versorgung in Baden-Württemberg sichern und somit ein wichtiger Partner für die Landespolitik bleiben.

Unsere Forderungen: 

Wir erwarten Unterstützung aus der Politik – unbürokratische Rahmenbedingungen sowie eine Förderung gegenüber investorenbetriebenen MVZ, die vor allem auf wirtschaftlichen Erfolg setzen statt auf medizinische Notwendigkeit.

Fachübergreifende Expertise – unser Know-how für die Politik

MEDI setzt auf die fachübergreifende Zusammenarbeit, weil ambulante Versorgung nur gemeinsam funktioniert. Das zeichnet MEDI aus – im Vergleich zu den meisten anderen Ärzteverbänden. Wir versammeln alle wichtigen Akteurinnen und Akteure wie die Hausärztinnen, Hausärzte, Fachärztinnen und Fachärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit ihren Teams unter einem Dach und schauen mit einem 360-Grad-Blick auf die gesamte ambulante Versorgungslage.

Unsere Forderungen: 

Wir sind bestens vernetzt in Politik und ärztlicher Selbstverwaltung. Das macht uns zu wichtigen Beraterinnen und Beratern des Gesundheitswesens. Wir fordern die Politik auf: Sprechen Sie mit uns! Nutzen Sie unsere Expertise, damit gesundheitspolitische Entscheidungen realistisch in die Praxis umgesetzt werden können.

Digitalisierung und KI – aus der Praxis für die Praxis

MEDI hat das umfassende Know-how aus Haus- und Facharztpraxen, psychotherapeutischen Praxen sowie komplexen medizinischen Versorgungszentren. Wir wissen genau, welche IT- Lösungen Praxen benötigen und wo KI künftig Praxen effizient entlasten kann, sodass die Deutungshoheit in ärztlicher Hand bleibt. MEDI entwickelt eigene IT- und KI-Tools, die das Praxiswissen nutzen, um echte Verbesserungen zu erzielen.

Unsere Forderungen: 

Die staatlich eingesetzten IT-Tools wie der TI-Konnektor oder die ePA sind unausgereifte Systeme, die die Arbeit in den Praxen zusätzlich stark belasten und nicht sicher sind. Wir fordern von der Politik, auf Sanktionen zu verzichten und mit uns gemeinsame funktionierende IT- und KI-Lösungen zu finden. Unterstützen Sie uns bei der Entwicklung innovativer digitaler Tools.

Delegation ärztlicher Leitung – Entlastung durch Assistenzberufe

Nichtärztliche akademische Gesundheitsberufe wie die Physician Asisstant (PA) oder Community Health Nurses (CHN) bekommen in modernen Teampraxen eine immer größere Bedeutung. Die Delegation ärztlicher Leistungen entlastet die Praxen, somit können mehr Patientinnen und Pateinten betreut werden. MEDI unterstützt mit seinem eigenen Weiterbildungsinstitut IFFM schon seit vielen Jahren die Ausbildung zur Entlastungsassistentin in der Facharztpraxis (EFA®). Aktuell baut MEDI für die EFA®, aber auch für Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie für weiteres Assistenzpersonal eine moderne digitale Fortbildungsplattform auf – den MEDIVERBUND Campus.

Unsere Forderungen: 

Die Leistungen von Assistenzberufen im ambulanten Bereich müssen adäquat finanziert werden. Wir fordern Finanzierungslösungen und Stipendienprogramme für nichtärztliche akademische und nicht-akademische Gesundheitsberufe. Zudem müssen wichtige Haftungsfragen geklärt werden.

Positionspapier Landtagswahl 2026

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