Die fachübergreifenden Ärzteverbände MEDI GENO Deutschland e. V. und MEDI Baden-Württemberg e. V. fordern im Hinblick auf das von der Bundesregierung geplante Sparpaket zur GKV-Stabilisierung sowie die morgige Eröffnung des 130. Deutschen Ärztetags in Hannover einen jährlich angepassten Inflationsausgleich bei der neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sowie weitere Änderungen, um einzelne Fachgruppen durch die GOÄ-Honorare nicht zu benachteiligen.
Nach den massiven Sparplänen der Bundesregierung, die vor allem uns niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten besonders hart treffen, fordern wir eine zügige Reform der GOÄ. Dabei muss der Inflationsausgleich für die neuen GOÄ-Honorare jedes Jahr berücksichtigt und angepasst werden, damit mehr Planungssicherheit besteht, betont Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender von MEDI GENO Deutschland e. V. und MEDI Baden-Württemberg e. V. sowie niedergelassener Kardiologe in Kirchheim unter Teck, im Hinblick auf die morgige Eröffnung des 130. Deutschen Ärztetags in Hannover, an der auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ein Grußwort sprechen wird.
Zum Hintergrund: Der Entwurf für die neue GOÄ, den die Bundesärztekammer (BÄK), der Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV-Verband) und die Beihilfe erarbeitet haben, liegt aktuell beim Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat Anfang des Jahres betont, die GOÄ-Reform noch in diesem Jahr umzusetzen. Die GOÄ wurde zuletzt im Jahr 1996 grundlegend angepasst.
MEDI weist zudem auf Ungerechtigkeiten im neuen GOÄ-Entwurf hin: „Die Aufwertung der sprechenden Medizin ist sehr wichtig. Technikaffine Fachgruppen werden allerdings in der neuen GOÄ stark benachteiligt. Die neue Gebührenordnung darf die Ärzteschaft nicht spalten. Wir arbeiten Hand in Hand – wir brauchen umfassende Beratungsleistungen genauso wie innovativen Fortschritt in der Versorgung“, betont Smetak. Der MEDI-Chef weist darauf hin, dass künftig auch GKV-Patientinnen und -Patienten von medizinischen Innovationen weiter profitieren.
Dr. Christian Messer, stellvertretender Vorsitzender von MEDI GENO Deutschland e. V. und niedergelassener Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Berlin, ergänzt: „Erst werden bei den Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten die Honorare um 4,5 Prozent gesenkt. Jetzt plant die Regierung ein Sparpaket, bei dem der vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung ab 2027 rund 2,7 Milliarden Euro weniger zur Verfügung stehen. Die aktuelle Gebührenordnung ist 30 Jahre alt. Für die meisten Praxen ist die neue GOÄ existenziell. Sie muss jetzt schnellstmöglich an die aktuellen Bedingungen und Entwicklungen angepasst und verabschiedet werden.“
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