MEDI Baden-Württemberg e. V. ruft zur Teilnahme an weiteren Protesten auf

Der fachübergreifende Ärzteverband MEDI Baden-Württemberg e. V. fordert nach der großen Protestaktion in Stuttgart im vergangenen Monat niedergelassene Ärztinnen, Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten und ihre Praxisteams zu weiteren Protesten auf. Die Ignoranz der Politik gegenüber der ambulanten Versorgung aber auch den Kliniken sei inakzeptabel, mahnt der neue Vorsitzende von MEDI Baden-Württemberg e. V. und Kardiologe Dr. Norbert Smetak. Die Referentenentwürfe zur Krankenhausreform und dem Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz seien dafür symptomatisch.

Am 21. Juni 2023 initiierte MEDI Baden-Württemberg in Kooperation mit elf weiteren Berufsverbänden eine große Protestaktion mit rund 3.000 Teilnehmenden auf dem Stuttgarter Schlossplatz. „Das war nur der Anfang einer großen Protestkampagne. Die Politik und die Krankenkassen müssen deutlich spüren, dass es so nicht weitergehen kann“, warnt der neue MEDI-Chef Smetak. Die Referentenentwürfe zur Krankenhausreform und dem Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz würden die Ignoranz gegenüber der ambulanten Versorgung und der Kliniken deutlich machen. „Die Grundversorgung und die Regelversorgung gehen den Bach runter. Das erleben wir täglich in unseren Praxen, wenn wir besorgte Patientinnen und Patienten ablehnen müssen“, so Smetak.

MEDI kritisiert den Aufbau von teuren Parallelstrukturen durch Gesundheitskioske, Primärversorgungszentren oder kommunale MVZ. „Wir müssen die Versorgung nicht neu erfinden. Wir haben dafür unsere Haus- und Fachärztinnen und -ärzte sowie moderne Teampraxen oder unsere MEDI-MVZ, die von Ärztinnen und Ärzten geführt werden. Das sind alles lang erprobte und am Ende kostengünstigere Erfolgsmodelle. Sie müssen nur von der Politik entsprechend unterstützt werden, um das Personal leistungsgerecht honorieren zu können“, betont der MEDI-Vorsitzende.  

MEDI fordert bei den anstehenden Verhandlungen zum Orientierungspunktwert einen spürbaren Ausgleich für die Inflation und die massiven Kostensteigerungen. „Wir schließen uns der Forderung des Virchowbundes vollumfänglich an und fordern eine Erhöhung von 15 Prozent. Nur so können wir das Personal in unseren Praxen halten und den über Jahre angelaufenen Investitionsstau angehen. Wir müssen unser Personal animieren, statt aufwendig und teuer im Ausland Fachkräfte abzuwerben“, mahnt Smetak. Er fordert seine Kolleginnen und Kollegen auf, sich an den weiteren Protesten zu beteiligen – unter anderem an der Aktion der KBV und den KVen am 18. August 2023 in Berlin, sowie dem MFA-Protesttag am 8. September 2023 ebenfalls in Berlin und einer weiteren Protestaktion verschiedener Verbände am 2. Oktober 2023.

Tanja Reiners

 

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