MEDI GENO Deutschland legt Zehn-Punkte-Programm gegen investorenbetriebene Medizinische Versorgungszentren vor

Der medizinischen Versorgung vor Ort muss wieder Vorrang gegenüber den wirtschaftlichen Interessen von Investoren eingeräumt werden.

Der Einstieg externer Kapitalgeber bei der Gründung von MVZ verursacht Interessenkollisionen zwischen ärztlicher Behandlungsfreiheit und wirtschaftlichen Interessen und gefährdet effektive regionale Versorgungsstrukturen. „Dieser Entwicklung muss schnell entgegengetreten werden“, fordert Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI GENO Deutschland. MEDI GENO Deutschland hat deshalb ein Zehn-Punkte-Programm zur Weiterentwicklung und zum Aufbau von Strukturen entwickelt, das die medizinische Versorgung vor Ort wieder in den Mittelpunkt stellt.

Mitglieder von MEDI GENO Deutschland betreiben seit Jahren schon MVZ mit dieser Zielrichtung. So wirkt die Ärztegenossenschaft Nord an der Entwicklung und dem Betrieb von MVZ in kommunaler Trägerschaft mit, die eine rechtskonforme Versorgungsstruktur für eine ambulante Gesundheitsversorgung vor Ort bieten. Auch MEDI Baden-Württemberg, MEDI Südwest in Rheinland-Pfalz und die Ärztegenossenschaft Niedersachsen-Bremen haben in enger Abstimmung mit den Ärztinnen und Ärzten in der jeweiligen Region Lösungen entwickelt. Dort laufen bereits mehrere MVZ, die einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung in unterversorgten Gebieten leisten und ausschließlich in ärztlicher Hand sind.

 „Die Big-Points bei MVZ müssen die regionale Patientenversorgung, die Gewährleistung ärztlicher Behandlungsfreiheit und die Chance für angestellte Ärztinnen und Ärzte, in die Selbständigkeit zu wechseln, sein“, unterstreicht Dr. Svante Gehring, stellvertretender Vorsitzender von MEDI GENO Deutschland. „Die Praktiker von den Ärztegenossenschaften Nord in Schleswig-Holstein und in Niedersachsen-Bremen, von MEDI in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigen, wie es geht. Die Bundesratsinitiative ist zu unterstützen, wo sie Transparenz und Ausrichtung am Versorgungsauftrag fordert, eine zu enge räumliche Zuordnung und beschränkte Trägerschaft wird von MEDI GENO aber kritisch gesehen“, so Gehring.

Die Forderungen der Bundesärztekammer im Positionspapier vom 9. Januar 2023 werden von MEDI GENO nicht uneingeschränkt befürwortet. „Der Vorschlag, nur noch fachübergreifende MVZ zuzulassen, ist angesichts des ärztlichen Nachwuchsmangels und des Versorgungsziels kontraproduktiv. Auch eine Verpflichtung zum örtlichen und fachlichen Bezug des MVZ-Gründers zum Medizinischen Versorgungszentrum ist nicht zielführend“, meint Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI GENO Deutschland, und bekräftigt, dass MEDI GENO Deutschland „mit aller Kraft weiter am Aufbau von MVZ zur Unterstützung der regionalen Versorgung weiterarbeiten wird“. MEDI GENO fordert daher, dass auch Ärzteorganisationen und -verbünde MVZ gründen dürfen sollten. Hier sei eine Änderung des SGB V lange überfällig, um eine breitere ärztliche Trägerschaft zu ermöglichen.

Hier finden Sie das Zehn-Punkte-Programm und ein ausführliches Positionspapier von MEDI GENO.

 

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