MEDI GENO unterstützt Proteste der Medizinischen Fachangestellten

Der bundesweite Ärzteverbund MEDI GENO Deutschland e. V. unterstützt die geplante Protestaktion des Verbands medizinischer Fachberufe e. V. am kommenden Mittwoch vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte fordern mit großer Unterstützung aus der niedergelassenen Ärzteschaft angemessene Gehälter und mehr Wertschätzung ihrer Leistungen. MEDI engagiert sich seit vielen Jahren für eine adäquate Bezahlung und die Qualifizierung von MFA.

„Wir haben keine Sprechstundenhelferinnen mehr, sondern top-ausgebildete medizinische Fachkräfte, die auch so bezahlt werden müssen. Ohne MFA gäbe es auch keine ambulante Versorgung“, mahnt MEDI GENO Vorstandsvorsitzender Dr. Werner Baumgärtner. Der Mangel an qualifiziertem Personal sei aktuell so groß, dass die medizinische Versorgung in Gefahr sei. „Wenn wir unseren Medizinischen Fachangestellten ihre Arbeit nicht angemessen bezahlen können, dann wandern sie in die Verwaltung oder Krankenhäuser ab. Das ist für uns Niedergelassene ein riesiges Problem und es wird noch viel schlimmer“, beschreibt Baumgärtner die Lage.

Außerdem wird das Berufsbild der MFA für viele zunehmend unattraktiver. „Das Digitalisierungschaos wird vor allem auf dem Rücken unserer Mitarbeitenden ausgetragen. Auch die bürokratischen Zumutungen der Politik müssen am Ende unsere MFA neben ihrem Alltagsgeschäft mit bewältigen“, erzählt Baumgärtner. Dazu komme eine zunehmende Aggression und Respektlosigkeit, mit denen Medizinische Fachangestellte täglich konfrontiert werden.

Gerade die Coronapandemie hätte gezeigt, wie wenig Wertschätzung MFA von der Politik erfahren würden. „Unsere MFA haben gemeinsam mit uns die Impfkampagne geschmissen, Infektsprechstunden organisiert und haben über drei Jahre am Limit gearbeitet. Dennoch gingen sie beim Corona-Bonus leer aus“, kritisiert Dr. Christian Messer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von MEDI GENO Deutschland e.V.

MEDI bietet seit vielen Jahren Qualifizierungsmaßnahmen für MFA an, wie beispielsweise die EFA®, die Entlastungsassistentin in der Facharztpraxis – nicht nur um die Versorgung zu verbessern, sondern auch den MFA-Beruf attraktiver und verantwortungsvoller zu gestalten und besser zu vergüten. „Wenn uns die Politik Leistungen wegnimmt, wie aktuell mit der Streichung der Neupatientenregelung oder durch Budgetierung erst gar nicht bezahlt und der Orientierungswert bei einer Inflation von zehn Prozent um gerade mal zwei Prozent steigt, dann haben wir Ärztinnen und Ärzte leider wenig Spielraum unsere MFA zu unterstützen. Das muss sich dringend ändern“, fordert der Vizechef von MEDI Baden-Württemberg e. V. und Vorstandsvorsitzende des Instituts für fachübergreifende Fortbildung und Versorgungsforschung der MEDI Verbünde e. V. (IFFM) Dr. Norbert Smetak.

Tanja Reiners

 

 

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

„Ärztinnen und Ärzte wollen sich um Menschen kümmern, nicht um Bürokratie“

Seit nunmehr zwölf Jahren arbeitet Alexander Bieg für die MEDIVERBUND AG. Als Abteilungsleiter für Versorgungsstrukturen (MVZ) und Organisationsentwicklung liegt sein Fokus auf der Schaffung effizienter Strukturen und der Optimierung abteilungsübergreifender Prozesse. Seine Arbeit umfasst die Beratung, Gründung und den Betrieb von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) ebenso wie die Einführung neuer Tools für möglichst reibungslose Abläufe.

Elektronische Patientenakte: MEDI plant bundesweite Kampagne zur Patientenaufklärung

Die fachübergreifenden Ärzteverbände MEDI GENO Deutschland e. V. und MEDI Baden-Württemberg e. V. sehen die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) ab Mitte Januar 2025 sehr kritisch. Die digitale Akte sei weder technisch noch strukturell ausgereift. Ein finanzieller Ausgleich für den erheblichen Mehraufwand in den Praxen ist laut Ärzteverbände zudem nicht vorgesehen. Auch über die Transparenz stigmatisierender Diagnosen beispielsweise durch Einsicht in Medikationslisten sollten Patientinnen und Patienten informiert werden. Parallel zur Aufklärungskampagne der Bundesregierung plant MEDI in den kommenden Wochen eine eigene bundesweite Patientenaufklärung in den Praxen.