MEDI-Spitzenkandidat Dr. Karsten Braun wird neuer KV-Chef – ein Porträt

Unser MEDI-Spitzenkandidat Dr. Karsten Braun hat es geschafft: Bei der KV-Wahl in Baden-Württemberg wurde er am vergangenen Samstag zum neuen KV-Vorstandsvorsitzenden gewählt, Dr. Doris Reinhardt vom Hausärzteverband Baden-Württemberg zur Vizechefin. Schon in gut zwei Wochen, am 2. Januar, tritt er seine neue Aufgabe an. Wer ist dieser neue KV-Chef? MEDI stellt ihn vor.

Seit 2000 ist Braun Mitglied bei MEDI. Im Frühjahr 2021 wurde er für die Spitzenkandidatur für die KV-Wahlen angefragt. Braun brennt nicht nur für seinen Beruf als Orthopäde und Unfallchirurg, sondern auch für die Berufspolitik. Seit über 20 Jahren engagiert er sich für MEDI und übernimmt in dieser Rolle bei der Bezirks- und Landesärztekammer und für die KV verschiedene Funktionen und Aufgaben. Außerdem engagiert er sich seit vielen Jahren im Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU). „Ich habe mich geehrt gefühlt und musste nicht lange darüber nachdenken, ob ich die Kandidatur annehme“, beschreibt der 54-Jährige die Situation damals.

Bei einer Klausurtagung in Bad Schachen überzeugte Braun dann den Vorstand mit einer umfassenden Präsentation. „Wir waren alle beeindruckt, mit welch klarem Blick und scharfer Analyse des ambulanten Systems Karsten Braun seine Ideen präsentierte. Dabei ist er nicht nur ein kluger Denker, sondern vor allem auch ein Pragmatiker durch und durch“, erzählt MEDI-Vizechef Dr. Norbert Smetak.

Braun kann beides: Nach Niederlassung im Jahr 2000 hat er als Facharzt und Unternehmer im Jahr 2016 ein großes Ärztezentrum mit ambulantem OP-Zentrum in Wertheim gemeinsam mit anderen Kolleginnen und Kollegen aufgebaut. Er kennt jede kleinste Ecke der Niederlassung und die Sorgen und Nöte der Kolleginnen und Kollegen ganz genau. Aber Braun ist nicht nur Arzt. Er hat parallel zu seinem Medizinstudium ein weiteres Studium in Medizinrecht absolviert. „Mit seinen vielfältigen Kompetenzen ist er hochqualifiziert für die Aufgabe des KV-Vorsitzenden“, sagt MEDI-Chef Dr. Werner Baumgärtner.

Dabei haben Arztberuf und Berufspolitik in Brauns Familie bereits Tradition. „Schon mein Vater war berufspolitisch als Arzt aktiv. Ich bin somit seit jungen Jahren mit dem Arztberuf – und seinen Sonnen- und Schattenseiten – vertraut“, erzählt Braun im Interview mit der Ärzte Zeitung. Und auch schon die nächste Generation steht bereit: Brauns 18-jähriger Sohn hat gerade sein Medizinstudium begonnen. „Auch das ist für mich eine große Motivation, mich für den ärztlichen Nachwuchs und die Zukunft der Niederlassung zu engagieren“, sagt der zweifache Vater.

Seine Themenliste für die ersten hundert Tage seines neuen Amts sind lang: Braun will sich um die die Einzelfallprüfungen der Krankenkassen und die Anhebung der Bagatellgrenzen kümmern und sich intensiv mit der neuen Weiterbildungsförderung im ambulanten Bereich befassen, damit künftig mehr Nachwuchs gewonnen wird – vor allem für die Niederlassung. Und: Braun möchte das Thema MFA-Mangel aktiv angehen. Dafür sei vor allem mehr Wertschätzung für diesen wichtigen Beruf nötig. Das sei eines der herausforderndsten Aufgaben der kommenden Jahre, so der designierte KV-Vorsitzende.

Auch die Protestaktionen, die MEDI auch im nächsten Jahr fortführen wird, möchte Braun als KV-Chef künftig unterstützen. Es sei wichtig, dass Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und -therapeuten Flagge zeigen und auf Missstände aufmerksam machen. Braun wünscht sich dafür bundesweite Konzepte, um noch mehr Gehör zu finden.

Auf die Koalition mit dem Hausärzteverband Baden-Württemberg und die Zusammenarbeit mit Dr. Doris Reinhardt als Vizechefin freut er sich. „Wir sehen uns als Vorstandsteam und ergänzen uns optimal“, verrät der Orthopäde und Unfallchirurg.

Seine Kolleginnen und Kollegen schätzen an Braun vor allem seine umfassenden Kompetenzen, aber auch seine besonnene und rationale Art. „Karsten Braun ist sehr kollegial und integrierend – einerseits rational und sachlich, aber mit Empathie. Er bewahrt auch in schwierigen Situationen die nötige Ruhe und ist ein guter Konfliktlöser“, beschreibt Young MEDI-Sprecherin Dr. Cathérine Hetzer-Baumann den künftigen KV-Chef. Er selbst bezeichnet sich als „guten Zuhörer“, der in seiner Kommunikation Dinge schnell auf den Punkt bringt.

Bevor er das neue Amt am 2. Januar antritt, ist noch viel zu organisieren: ein Umzug vom beschaulichen Wertheim in die Landeshauptstadt nach Stuttgart, die Organisation der Praxis, der er in den nächsten Jahren den Rücken kehrt. Eine Wohnung hat er bereits gefunden – in Stuttgart-Vaihingen, zwei Minuten fußläufig von der KV entfernt. „Die Wohnung habe ich schon vor der Wahlentscheidung zugesagt. Da war ich einfach ganz optimistisch, dass das mit der Wahl klappt“, sagt Braun und lacht. Seinen Optimismus wird er auch in sein neues Amt mit einbringen.

Tanja Reiners

 

 

 

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