Das Handy am Arbeitsplatz

In der Facebook-Gruppe „MFA im MEDI Verbund“ haben wir kürzlich eine Umfrage gestartet, Thema: Habt ihr euer Handy am Arbeitsplatz dabei? Die Ergebnisse belegen, dass das Smartphone auch in der Praxis genutzt wird.

Der Aussage „Ich habe in der Praxis das Handy immer greifbar“ stimmten 27 MFA zu. Das ist kein Wunder: Wer Kinder in der Kita oder Grundschule hat, will und muss schließlich auch während der Arbeitszeit erreichbar sein. Allerdings gibt es in vielen Praxen Regelungen für die Benutzung.

Oft wird das Handy während der Arbeitszeit stummgeschaltet, sodass es nicht stört und man trotzdem über wichtige Anrufe oder Messenger-Nachrichten informiert ist (31 Stimmen). Nur in wenigen Praxen (3 Stimmen) ist das Handy während der Arbeitszeit nicht greifbar und stummgeschaltet.

Auch MFA Petra Schäfer hatte sich an der Umfrage beteiligt. Sie erklärt, warum das Handy in der Praxis so wichtig ist: „Wir sind ein kleines Team mit vier Mitarbeiterinnen und gerade in der Urlaubszeit mussten die beiden Aushilfen, die sonst nur zwei Vormittage mitarbeiten, auch mal einspringen. Da ist es essentiell, per Handy etwas in der Teamgruppe rückfragen zu können und eine der beiden Hauptkräfte ist dann auch immer irgendwie erreichbar.“ Ansonsten haben gerade die beiden Aushilfen Kinder im Schulalter und die beiden Hauptkräfte betagte Eltern. „Unsere Handys sind auf lautlos gestellt, liegen aber am Arbeitsplatz. Wenn eine Nachricht eintrudelt und man gerade draufschaut, sieht man gleich, ob es wichtig ist. Natürlich tippt man nicht am Handy rum, wenn der Patient vor einem steht“, so Schäfer weiter. Natürlich lässt man auch das Praxistelefon nicht unnötig klingeln, weil man gerade etwas am Handy schaut. Petra Schäfer nutzt aber auch die KV-Arztsuche auf dem Handy, weil es dort viel schneller geht, wenn sie beispielsweise die LAN-Nr. eines neuen Arztes nachsehen muss, weil sie einen neuen Patienten anlegt.

Wann digital, wann face to face?
Gar nicht so selten wird das Smartphone auch für den beruflichen Austausch im Team eingesetzt (13 Stimmen). Die digitale Kommunikation hat vor allem Vorteile, wenn Informationen ohne Diskussionsbedarf schnell weitergeleitet werden sollen.

Nicht alle Themen sind für die Kommunikation mit Handy sinnvoll. So berichteten mehrere Zeitungen Anfang des Jahres über einen Pfaffenhofener Zahnarzt, der einen Covid-19-Impftermin für sich und seine Mitarbeiterinnen ausgemacht hatte. Dem Team teilte er per WhatsApp-Nachricht den Termin mit und ergänzte: „Wer die Impfung nicht möchte, wird ohne Gehalt von der Arbeit freigestellt.“ Ergebnis waren ein Shitstorm und ein (inzwischen eingestelltes) Strafverfahren. Ein in so heikles Thema ist sicher besser im Rahmen von Einzelgesprächen aufgehoben.

Sind Gruppen sinnvoll?
Bevor eine berufliche Messenger-Gruppe startet, sollte ein zeitlicher und inhaltlicher Rahmen stehen. Sicher möchte nicht jede oder jede im Team in der Freizeit berufliche Nachrichten erhalten. Auch die Themen sollten klar sein: Für welche Infos ist die Gruppe gedacht? Freuen sich zum Beispiel alle über süße Katzenbilder? Sind AU-Meldungen per Messenger erwünscht?

Last not least muss ein Messengerdienst ausgewählt werden, der den datenschutzrechtlichen Anforderungen entspricht.

Ruth Auschra

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Sie arbeitet seit 33 Jahren als MFA, seit 22 Jahren in einer MEDI-Facharztpraxis für Psychiatrie und Psychotherapie in Herrenberg. Petra Schäfer ist Praxismanagerin und moderiert regelmäßig die Qualitätszirkel bei MEDI. Die 56-Jährige ist eine selbstbewusste und eloquente MFA. Sie weiß, wie man sich durchsetzt und wie man Wertschätzung von Patientinnen und Patienten, aber auch von Ärztinnen und Ärzten erhält.

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