Essensmarken für Ihr Team?

Arztpraxen haben normalerweise keine Kantine, verbilligte Mahlzeiten können Sie Ihrem Team trotzdem ermöglichen. Essensmarken zum Einlösen in einer Gaststätte oder Bäckerei könnten eine gute Lösung sein. Allerdings ist die Umsetzung ein bisschen komplex.

Grundsätzlich ist dieser Essenszuschuss für die Mitarbeiter nämlich nicht steuerfrei, da er als geldwerter Vorteil dem Arbeitslohn hinzugerechnet werden muss. Prinzipiell müssen Essenszuschüsse also versteuert werden und sind grundsätzlich auch sozialversicherungspflichtig. Nur wenn Angestellte für ihre betriebliche Verpflegung mindestens den amtlichen Sachbezugswert bezahlen, bleibt der Essenszuschuss steuerfrei.

Dieser amtliche Sachbezugswert wird von der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) jährlich neu festgelegt. Für ein Mittagessen liegt der Sachbezugswert 2022 zum Beispiel bei 3,57 Euro. Danach richtet sich der maximale Wert des Essensgutscheins: er darf nicht höher liegen als der amtliche Sachbezugswert plus 3,10 Euro. Das heißt für 2022: der Essensgutschein für ein Mittagessen darf maximal 6,67 Euro (3,57 Euro Sachbezugswert plus 3,10 Euro Zuschuss) betragen.

Wie geht das praktisch?
Der Arbeitgeber kann Essensgutscheine ausgeben, die vom Team in einer externen Gaststätte, bei einem Metzger oder Bäcker eingelöst werden können. Allerdings müssen sofort essbare Mahlzeiten gekauft werden, weder Vorratskäufe noch Non-Food-Artikel dürfen mit den Essensmarken gekauft werden. Früher wurden dafür Papiermarken benutzt, heute gibt es Apps, mit denen die Rechnung eingescannt und als Beleg an den Arbeitgeber geschickt wird.

Der organisatorische Aufwand für die Gewährung von Essenszuschüssen ist relativ hoch, wenn man nichts übersehen will. Zum Beispiel dürfen die Zuschüsse nur für Arbeitstage gewährt werden, an denen der oder die Angestellte auch tatsächlich anwesend war.

Es darf pro Tag nur eine Mahlzeit bezuschusst werden, Urlaubs- oder AU-Tage sind ausgeschlossen. Für Nicht-Anwesenheits-Tage müssen bereits gezahlte Zuschüsse zurückgefordert oder im folgenden Monat reduziert werden.

Zahlt der Arbeitnehmer weniger als den Sachbezugswert für das Essen, ist der Unterschiedsbetrag steuer- und beitragspflichtig.

Es müssen also relativ viele Einzelheiten beachtet und organisiert werden. Kein Wunder, dass sich hier neue Geschäftsmodelle entwickelt haben: Anbieter von Apps, die steuerlich korrekte Essenszuschüsse mit ein paar Klicks versprechen. Ein Rundum-sorglos-Angebot? Müsste man testen.

Ruth Auschra

 

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

Deutscher Ärztetag: MEDI und weitere Ärzteverbände warnten bei Protestaktion vor Zusammenbruch der medizinischen Versorgung

Die fachübergreifenden Ärzteverbände MEDI GENO Deutschland e. V. und MEDI Baden-Württemberg e. V. und weitere Ärzteverbände hatten gestern vor der Eröffnung des Deutschen Ärztetags vor der Rheingoldhalle in Mainz unter dem Titel “Versorgung bedroht – Patienten in Not” zum Protest aufgerufen. Rednerinnen und Redner aus der ambulanten Versorgung und den Kliniken stellten die aktuelle desaströse Lage der medizinischen Versorgung in Deutschland dar und formulierten ihre politischen Forderungen und ihren Unmut an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, der bei der gestrigen Eröffnung des Deutschen Ärztetags vor den Delegierten ein Grußwort sprach.

MEDI und vdek unterzeichnen gemeinsame Erklärung für eine starke ambulante Versorgung

Mit einer Protestaktion hatte der fachübergreifende Ärzteverband MEDI Baden-Württemberg e. V. vor einigen Wochen auf die Forderungen des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek) für die ambulante Versorgung vom vergangenen Januar reagiert. In einem konstruktiven Gespräch haben sich jetzt beide Verbände auf Ziele geeinigt und sie in einer gemeinsamen Erklärung unterzeichnet.