Entlastung für Kinder- und Jugendärzte: Die SOPASS kommt

Die Beratungsleistung der Kinder- und Jugendärzte nimmt viel Zeit in Anspruch. Ab Januar 2022 können MFA viele dieser wichtigen Aufgaben übernehmen – vorausgesetzt sie haben die Weiterbildung zur Sozialpädiatrie- und Präventionsassistentin (SOPASS) absolviert. MEDI-Projektleiter Alexander Bieg gibt Einblicke in die neue Ausbildung.

MEDI: Warum ist die SOPASS-Ausbildung so wichtig für Pädiater?

Bieg: Bei ihnen herrscht großer Ärztemangel. Durch die Qualifizierung von MEDI, der AOK Baden-Württemberg und der Deutschen Akademie für Prävention und Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter, kurz DAPG, können MFA Kinder- und Jugendarztpraxen entlasten. Gerade in diesem Fachbereich gibt es eine hohe Beratungsleistung und viele Präventionsangebote für Eltern und Kinder. Studien zeigen, dass sich diese Angebote und engmaschige Beratungen sehr positiv auf die Gesundheit im späteren Erwachsenenalter auswirken.

MEDI: Was sind die konkreten Aufgaben einer SOPASS?

Bieg: Sie unterstützt vor allem in der Präventionsarbeit. Sie berät Familien beispielsweise über regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Ernährungsprogramme, den plötzlichen Kindstod, Raucherentwöhnungsprogramme für Eltern oder zu psychosozialen Fragen. Sie ist dabei nicht nur Beraterin, sondern auch Motivatorin. Die SOPASS ist zentrale Ansprechpartnerin für Eltern und Kinder und betreut und koordiniert alle Termine.   

MEDI: Welche Vorteile haben MFA, wenn sie diese Ausbildung machen?

Bieg: Durch die höhere Qualifikation wird die Arbeit verantwortungsvoller und interessanter. Die SOPASS bekommt einen eigenen Patientenstamm, den sie begleitet. Außerdem können Teile der Ausbildung für ein Fachwirtstudium in der ambulanten medizinischen Versorgung angerechnet werden. Darüber hinaus ergibt sich die Chance auf einen möglichen monetären Ausgleich.

MEDI: Welche Vorteile haben Praxen?

Bieg: Kinder- und Jugendärzte werden entlastet, gleichzeitig kann die Qualität in der Prävention und Beratung gesteigert werden. Die Praxen erhalten ab dem 1. Januar 2022 einen Zuschlag von fünf Euro pro Quartal auf jede sozialpädiatrische Beratung und Vorsorgeuntersuchung. Außerdem ist die Ausbildung für Praxischefs eine schöne Möglichkeit, guten MFA mehr Verantwortung zu übertragen und sie damit langfristig an die Praxis zu binden.

MEDI: Wie läuft die Ausbildung ab?

Bieg: Sie findet in Teilen in Präsenz aber auch digital statt – das hängt von der Pandemielage ab. Drei Kurse mit 130 Unterrichtseinheiten werden von der DAPG angeboten: die Module Basis, Prävention und Sozialpädiatrie. Diese Kurse laufen aktuell zum ersten Mal. Darauf folgen 20 weitere Unterrichtseinheiten von MEDI und AOK Baden-Württemberg auf der digitalen Bildungsplattform MEDIVERBUND CAMPUS. Die Kurse der DAPG sind Voraussetzung, um an dem weiteren digitalen Unterricht und der Abschlussprüfung teilzunehmen.

MEDI: Welche Inhalte werden vermittelt?

Bieg: Themen wie Kommunikation, Gesprächsführung, Entwicklungspsychologie, Prävention im Kinder- und Jugendalter und sozialpädiatrische Inhalte wie Entwicklungsfürsorge und -diagnostik oder Sicherung des Kindeswohls. Der Ausbildungspart von MEDI und AOK Baden-Württemberg beschäftigt sich unter anderem mit selektivvertraglichen Regelungen, Abrechnungsmodalitäten oder medikamentösen und nicht-medikamentöse Therapien.

MEDI: Gibt es eine Prüfung als Abschluss?

Bieg: Ja, es gibt eine Prüfung bei der DAPG mit einer Hausarbeit und einem Abschlusskolloquium und eine weitere für den zweiten Part der Weiterbildung.

MEDI: Was kostet die Ausbildung für Praxen?

Bieg: Sie kostet 2.996 Euro für MEDI-Mitglieder und 3.096 Euro für Nicht-Mitglieder.

Tanja Reiners

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Weitere Informationen

Das nächste Basis-Modul der DAPG startet am 4. und 5. Februar 2022.

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