„Unser Patentrezept ist Respekt“

Im MEDI-MVZ Schluchsee herrscht trotz der Pandemie gute Stimmung. Der Grund: Der Zusammenhalt im Team ist super – auch in schlechten Zeiten. Warum das so ist, erzählt Franziska Keller im Interview. Die gerade mal 22-Jährige ist leitende MFA und hält das Team mit ihrer positiven Art zusammen.

MEDI: Wie sind Sie zu Ihrer leitenden Stellung gekommen?

Keller: Seit der Gründung des MVZ Anfang Januar leite ich das MFA-Team. Ich bin als Azubi 2014 in der alten Praxis gestartet. Mittlerweile bin ich die einzige Vollzeitkraft von uns sechs MFA. Ich habe den genauen Überblick, weil ich jeden Tag in der Praxis bin. Und das Team hat mir die Aufgabe zugetraut. Wir haben das gemeinsam entschieden.

MEDI: Also gibt es keinen Neid und keine Revierkämpfe?

Keller: Überhaupt nicht. Es gibt weder Neid noch Streit. Wir sind alle kritikfähig, unterstützen uns gegenseitig und begegnen uns auf Augenhöhe. Wir werden uns fast immer einig. Viele von uns sind auch privat miteinander befreundet. Wir haben einen sehr familiären und guten Zusammenhalt trotz unterschiedlichster Generationen. Ich bin mit 22 Jahren die jüngste MFA, meine älteste Kollegin ist 62. Ich wurde damals schon als Auszubildende sehr herzlich empfangen, durfte viel ausprobieren und auch Fehler machen.

MEDI: Was sind Ihre Aufgaben?

Keller: Bei mir laufen alle Fäden zusammen. Die MFA und Ärzte tragen alles an mich heran, was die Organisation der Praxis angeht. Da gehört auch die Planung der Arbeitszeiten und Urlaube dazu. Ich bespreche das alles mit meinem Team und wir entscheiden gemeinsam, wie wir neue Dinge umsetzen möchten.

MEDI: Das klingt nach einem echten Dreamteam. Wie schaffen Sie es, das Team zusammenzuhalten?

Keller: Unser Patentrezept ist Respekt. Wir versuchen alle, die Schwächen des anderen zu akzeptieren. Vor Corona haben wir viel Zeit zusammen verbracht, sind mittags Essen gegangen und haben tolle Betriebsausflüge gemacht. Diese Praxiskultur habe ich von Anfang an so kennengelernt. Aber es gehört natürlich auch eine Menge Glück dazu. Wir schätzen das sehr, dass wir alle so gut miteinander klarkommen. Das ist nicht selbstverständlich. Die Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten ist übrigens auch sehr familiär und unproblematisch. 

MEDI: Haben Sie neben der MFA-Ausbildung weitere Qualifikationen?

Keller: Ich habe im Oktober die Weiterbildung zur Abrechnungsmanagerin begonnen und stehe kurz vor der Prüfung. Weitere Fortbildungen sind durch Corona aktuell nicht geplant. Wir konzentrieren uns jetzt darauf, dass wir die Pandemie gut überstehen.

MEDI: Wie gehen Sie mit schwierigen Patienten um?

Keller: Wir mögen und schätzen unsere Patienten sehr. Sie sind für uns das höchste Gut. Wenn es mal zu Kritik kommt, überlegen wir gemeinsam, ob etwas dran ist. Wenn einem von uns mal die Worte fehlen, schreitet die Kollegin ein und übernimmt. Aber wir versuchen immer in Kontakt mit dem Patienten zu treten.

MEDI: Was ist in der aktuellen Situation die größte Herausforderung?

Keller: Das oberste Gebot ist für uns der Patientenschutz. Natürlich müssen auch wir als medizinisches Personal darauf achten, dass keiner erkrankt. Die Coronaimpfungen für unsere Patienten geben uns Hoffnung, dass wir aktiv etwas tun können, den Menschen das alte Leben wieder ein bisschen zurückzugeben.

Tanja Reiners

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Messenger-Service

Erhalten Sie Neuigkeiten von MEDI direkt per App „Notify“ auf Ihr Smartphone.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

0 Kommentare

Einen Kommentar zum Thema schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Fünf Jahre Urologievertrag der AOK Baden-Württemberg: Das Konzept funktioniert

Fünf Jahre Urologievertrag der AOK Baden-Württemberg: Das Konzept funktioniert

Bei sensiblen Erkrankungen wie Blasenschwäche oder Prostatakrebs ist ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis eine wesentliche Voraussetzung für eine höhere Versorgungsqualität. Genau dort setzt der am 1. Oktober 2016 gestartete Vollversorgungsvertrag von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK an: Neben moderner Apparatemedizin profitieren die Versicherten davon, dass der behandelnde Arzt mehr Zeit für Information, Beratung und gemeinsame Entscheidungsfindung hat.

Kommunikation schwerer Diagnosen: „Sich trauen, zu fragen“

Kommunikation schwerer Diagnosen: „Sich trauen, zu fragen“

Die Übermittlung einer schweren Diagnose stellt nicht nur für Patienten eine Ausnahmesituation dar, sondern auch für Ärzte. Wie kann das schwierige Gespräch für beide Seiten der Situation entsprechend gut verlaufen? MEDI hat sich bei Experten umgehört.

Im HZV-Kinder- und Jugendarztmodul der AOK nehmen 600 Ärzte teil

Im HZV-Kinder- und Jugendarztmodul der AOK nehmen 600 Ärzte teil

Aktuell versorgen 600 Kinder- und Jugendärzte inklusive angestellter Ärzte, Praxispartner und Sicherstellungsassistenten rund 215.000 junge Versicherte – und pro Quartal kommen durchschnittlich 5.000 neue dazu. Das eigenständige Pädiatriemodul im Vertrag der hausarztzentrierten Versorgung der AOK Baden-Württemberg verbindet spezifische Früherkennungs- und Versorgungsleistungen mit einem fairen Honorar. Im achten Jahr nach seinem Start macht das Modul bei vielen Praxen einen nicht mehr wegzudenkenden Patienten- und Honoraranteil aus.