Dermatoskopie: MFA rücken Drachen ins rechte Licht

In der dermatologischen Praxis Bosch & Bosch werden viele Untersuchungen zur Hautkrebsvorsorge durchgeführt. Wichtigstes Werkzeug ist das Dermatoskop. Bei der Untersuchung spielen die MFA eine wichtige Rolle. Einer von ihnen ist Timo Strohm.

Die Dermatoskopie ist das Spezialgebiet der Ludwigsburger Praxis für Privatpatienten und Selbstzahler. Kein Wunder also, dass die MFA immer wieder geschult werden, interessante Fälle werden nahezu täglich besprochen. „Es macht schon viel Spaß, mit der Spezialkamera nach atypischen Strukturen zu suchen, die zum Beispiel an Popcorn, Spiegeleier mit Speck, Erdbeermuster oder Drachen erinnern“, sagt Strohm und ergänzt: „Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die ins rechte Licht zu rücken, so dass richtige Diagnosen gestellt werden können“. Das Foto oben zeigt so eine Drachenstruktur, eine circumscripte Talgdrüsenhyperplasie.

Gefragte Untersuchung
„Fast jeder zweite Patient unserer Praxis wünscht diese Untersuchung“, berichtet Strohm, „sowohl Privatversicherte als auch Selbstzahler.” In der Praxis laufen Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen nach einem typischen Schema ab: Zuerst inspiziert der Arzt den Patienten von Kopf bis Fuß. Mit dem Dermatoskop kann er zum Beispiel Muttermale bis zu zehnfach vergrößern. Sind auffällige Strukturen sichtbar, werden diese notiert und am Patienten mit einem Stift markiert. Anschließend macht Strohm oder eine Kollegin Fotos der markierten Lokalisationen mit einer Spezialkamera, die über 20-fach vergrößert.

Wissen, wonach man suchen muss
Für gute Aufnahmen sind viele Besonderheiten zu berücksichtigen. Die MFA müssen wissen, was man möglicherweise sehen könnte oder auch nicht. Zum Beispiel sind für die Beurteilung einer Hautveränderung die Blutgefäße innerhalb der Struktur wichtig. Wird bei der Aufnahme zu stark gedrückt, sind diese nicht mehr sichtbar. Drückt man zu wenig, ist das Bild unscharf. Ein anderes Beispiel: Bei einem knotigen Muttermal muss man berücksichtigen, dass sich seitlich ein Melanom verstecken kann. Daher sind mehrere Aufnahmen aus verschiedenen Richtungen erforderlich. „Das hat viel mit Übung und noch mehr Erfahrung zu tun“, weiß der MFA.

Die gespeicherten Fotos stehen dann für zukünftige Untersuchungen als Vergleich zur Verfügung. Es wird empfohlen, kritische Befunde, bei denen eine OP noch nicht zwingend erforderlich ist, nach ein bis drei Monaten zu kontrollieren. Wer viele atypische Muttermale hat, sollte einmal pro Jahr eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen. Normalerweise werden diese Termine gleich im Anschluss an die Untersuchung vereinbart.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 23.000 Menschen neu an einem malignen Melanom. Die Krankheit sorgt jährlich für fast 3.000 Todesfälle. Aus der Praxis ist zu hören, dass viele Menschen wegen der Pandemie in letzter Zeit auf die Hautkrebsvorsorge verzichtet oder ihren OP-Termin abgesagt haben. In Telefonaten wird dann die Wichtigkeit der Maßnahmen unterstrichen und zum Glück können die meisten überzeugt werden.

Ruth Auschra

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