9 von 10 Patienten fühlen sich im Kardiologievertrag besser versorgt

Das ergab eine wissenschaftliche Befragung von 800 herzkranken Teilnehmern des Facharztprogramms von AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK. Mehr als 95 Prozent fühlten sich ausreichend über ihre Erkrankung, die Behandlungsmöglichkeiten und den weiteren Verlauf informiert. Fast 100 Prozent nahmen ihre Medikamente wie verordnet ein.

Die Wissenschaftler führen die positiven Ergebnisse maßgeblich darauf zurück, dass Kardiologen in der alternativen Versorgung mehr Zeit für ihre Patienten haben, um sie umfangreicher beraten und intensiver behandeln zu können. Die Befragung fand im Rahmen einer vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) im Zuge des Innovationsfonds geförderten Evaluation des Facharztvertrags Kardiologie statt. Sie belegte unter anderem für Versicherte mit chronischer Herzinsuffizienz und koronarer Herzkrankheit eine signifikant geringere Sterblichkeit.

Hervorragende Überweisungsquote
Die Patientenbefragung wurde in 34 Arztpraxen durchgeführt. 95 Prozent der Patientinnen und Patienten waren bei der AOK und 5 Prozent bei der Bosch BKK versichert. Ein wesentliches Merkmal des Haus- und Facharztprogamms ist, dass der Hausarzt eine Koordinierungsfunktion übernimmt und eng mit dem Kardiologen zusammenarbeitet. Die Überweisungsquote im Facharztvertrag liegt bei nahezu 100 Prozent, in der Kontrollgruppe der Regelversorgung bei lediglich zwei Drittel.

Die bessere Koordination bestätigt auch die Befragung. 97 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Behandlung ihrer Herzerkrankung gut organisiert ist. 92 Prozent gaben an, dass die Behandlung nach einem stationären Aufenthalt problemlos funktioniert hat.

Teilnehmer fühlen sich gut informiert
In einem Regressionsmodell untersuchten die Wissenschaftler auch den Stellenwert einzelner Faktoren auf die Gesamtzufriedenheit mit dem Vertrag. Es zeigte sich, dass die Informiertheit über die eigene Krankheit und deren Behandlung den wichtigsten Einfluss auf die Zufriedenheit der Patienten hat. Danach folgte die Patientenorientierung, ermittelt anhand der Zeit, die sich der Arzt für seine Patienten nimmt. An dritter Stelle erfolgt die Gesundheitsförderung, gemessen daran, ob die Patienten ausreichend über nichtmedikamentöse Maßnahmen, wie zum Beispiel Umstellung der Ernährung, mehr Sport und weniger Nikotin/Alkohol informiert wurden.

Insgesamt stellten die Wissenschaftler fest, dass die Zufriedenheit der Patienten bezüglich der abgefragten Aspekte häufig 90 Prozent und mehr aufwies und die Befragten mit ihrer Teilnahme am Facharztprogramm sehr zufrieden waren. Auffällige Verbesserungspotenziale von 20 Prozent oder mehr konnten mit Ausnahme der Wartezeiten nicht festgestellt werden. Die Befragung erfolgte unter Leitung des Universitätsklinikums Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem aQua-Institut für Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen.

 

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