Arbeitsrecht: Haben MFA Anspruch auf Teilzeit?

Ja, aber nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Ein allgemeiner Teilzeitanspruch ist im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) geregelt.

Voraussetzung dafür ist, dass

  • das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht, bevor die/der MFA ihren/seinen Antrag auf Teilzeit stellt
  • der Antrag spätestens drei Monate vor Beginn der Teilzeit unter Angabe des Umfangs der Arbeitszeitverringerung gestellt wird
  • mehr als 15 Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen in der Praxis beschäftigt sind. Dabei werden zur Berufsausbildung beschäftigte Personen wie Auszubildende nicht mitgezählt; Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigte dagegen schon – also auch die angestellte Reinigungskraft.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann die Praxisleitung den Teilzeitwunsch von MFA trotzdem ablehnen. Allerdings muss sie das innerhalb eines Monats schriftlich begründen. Wird die Frist nämlich versäumt, gilt die Zustimmung als erteilt! Ein Arbeitgeber kann das Teilzeitverlangen bei Vorliegen aller Voraussetzungen nur dann ablehnen, wenn er gute betriebliche Gründe hat. Dazu zählt beispielsweise, dass die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit in der Praxis wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht, wobei diese Aufzählung im Gesetz nicht abschließend ist. Die Praxisleitung muss also den Teilzeitwunsch von MFA immer genau prüfen und mit ihr/ihm erörtern.

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Messenger-Service

Erhalten Sie Neuigkeiten von MEDI direkt per App „Notify“ auf Ihr Smartphone.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

0 Kommentare

Einen Kommentar zum Thema schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommunikation schwerer Diagnosen: „Sich trauen, zu fragen“

Kommunikation schwerer Diagnosen: „Sich trauen, zu fragen“

Die Übermittlung einer schweren Diagnose stellt nicht nur für Patienten eine Ausnahmesituation dar, sondern auch für Ärzte. Wie kann das schwierige Gespräch für beide Seiten der Situation entsprechend gut verlaufen? MEDI hat sich bei Experten umgehört.

Im HZV-Kinder- und Jugendarztmodul der AOK nehmen 600 Ärzte teil

Im HZV-Kinder- und Jugendarztmodul der AOK nehmen 600 Ärzte teil

Aktuell versorgen 600 Kinder- und Jugendärzte inklusive angestellter Ärzte, Praxispartner und Sicherstellungsassistenten rund 215.000 junge Versicherte – und pro Quartal kommen durchschnittlich 5.000 neue dazu. Das eigenständige Pädiatriemodul im Vertrag der hausarztzentrierten Versorgung der AOK Baden-Württemberg verbindet spezifische Früherkennungs- und Versorgungsleistungen mit einem fairen Honorar. Im achten Jahr nach seinem Start macht das Modul bei vielen Praxen einen nicht mehr wegzudenkenden Patienten- und Honoraranteil aus.