Cookies richtig setzen – BGH-Urteil betrifft auch Praxen

Wer im Internet surft, muss der Verwendung von Cookies auf Webseiten aktiv zustimmen. Das bestätigte nach einem Urteil des EuGH im Oktober 2019 auch der BGH im Mai 2020. Das Urteil gilt auch für Praxishomepages.

Ein einfacher Hinweis auf die Verwendung von Cookies oder bereits vorausgewählte Checkboxen genügen den Anforderungen nicht. Das gilt für Marketing- und Analyse-Cookies, eine Ausnahme gilt lediglich für notwendige Cookies. Diese Kategorie ist für die Funktion der Webseite unerlässlich und bedarf daher keiner Zustimmung. Für alle Cookies gilt, dass Webseiten-Besucher ausreichend über diese informiert werden müssen.

Bußgelder drohen
Werden Cookies und ähnliche Technologien, die Daten auf den Geräten der Nutzer speichern und auslesen, auf der Webseite eingesetzt, sollten die Anforderungen zeitnah angepasst werden. MEDI-Rechtsreferentin Angela Wank rät Praxischefs deswegen: „Setzen Sie sich mit Ihrem Webseiten-Betreiber und/oder Datenschutzbeauftragten in Verbindung, um nötige Änderungen zu veranlassen. Wer die Anforderungen nicht erfüllt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.“

Das müssen Sie umsetzen:

  • Die Verarbeitung durch Cookies muss verweigert werden können. Neben den Buttons „Details anzeigen“ und „allen Cookies zustimmen“ muss es auch die Möglichkeit geben, alle Cookies abzulehnen.
  • Eine gute Übersicht und Transparenz über die eingesetzten Cookies und Technologien muss geschaffen werden. Sie können in verschiedene Kategorien zusammengefasst werden, jedoch muss auch die Möglichkeit geschaffen werden, über das Setzen jedes einzelnen Cookies innerhalb der Kategorien separat zu entscheiden.
  • Über jedes Cookie und jede Technologie, die eingesetzt wird, muss ausreichend informiert werden, insbesondere über
    • den Zweck der Verarbeitung personenbezogener Daten und die Rechtsgrundlage
    • die Empfänger/Empfängerkategorien der Daten
    • den Einsatz eines Drittanbieter-Cookies. Hier ist wichtig mitzuteilen, dass Sie keinen Einfluss in die Verarbeitung haben und auf die Datenschutzhinweise des Drittanbieters verweisen.
    • die Übermittlung in ein Drittland inklusive geeigneter Garantien (z. B. Privacy-Shield-Abkommen)
    • die Speicherdauer (Laufzeit des Cookies oder der Technologie)
    • das Widerrufsrecht des Webseiten-Besuchers
    • sonstige Rechte (hier reicht ein Verweis auf die Datenschutzhinweise, die an dieser Stelle dann verlinkt werden sollten.
  •  

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Messenger-Service

Erhalten Sie Neuigkeiten von MEDI direkt per App „Notify“ auf Ihr Smartphone.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

0 Kommentare

Einen Kommentar zum Thema schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

“Es sind vorwiegend eher jüngere Frauen betroffen”

“Es sind vorwiegend eher jüngere Frauen betroffen”

Einige COVID-19-Patienten entwickeln nach überstandener Erkrankung ein Post-COVID-Syndrom (PCS). Noch ist wenig über die Langzeitfolgen bekannt und die Therapieoptionen sind begrenzt. Ein Gespräch mit dem hausärztlichen Internisten Dr. Michael Eckstein, Allgemeinmediziner in Reilingen.

Niedrigere Darmkrebsinzidenz bei Versicherten im AOK-Haus- und Facharztprogramm

Niedrigere Darmkrebsinzidenz bei Versicherten im AOK-Haus- und Facharztprogramm

Analysen der Jahre 2010 bis 2019 bei über 50-jährigen Versicherten belegen eine deutlich niedrigere Darmkrebsinzidenz bei Teilnehmern an der hausarztzentrierten Versorgung (HZV) gegenüber der Regelversorgung (RV). Die Inzidenzrate in der HZV-Gruppe lag im Jahr 2019 im Vergleich zu 2010 bei minus 21,2 Prozent, in der RV nur bei minus 5,0 Prozent.

Digitale Kardio-EFA®: Flexibler und selbstbestimmter lernen

Digitale Kardio-EFA®: Flexibler und selbstbestimmter lernen

Zum ersten Mal startet im Mai die Ausbildung zur Kardio-EFA® komplett online. Antaeus Pursanidis ist Projektleiter im Institut für fachübergreifende Fortbildung und Versorgungsforschung der MEDI Verbünde (IFFM) und organisiert die Fortbildung. Was die angehenden EFA® dort erwartet und welche Vorteile das digitale Lernen hat, erzählt er im Interview.