Können Sie Ihr Team motivieren?

Fällt Ihnen bei „Motivation“ sofort „Geld“ ein? Schade! Die Finanzen müssen zwar stimmen, aber Boni stehen nicht im Mittelpunkt einer gelungenen Mitarbeitermotivation. Viel wichtiger ist ein authentisches Auftreten, um Teams in der Krise zu stärken und zu führen.

In der Facebook-Gruppe „MFA im MEDI Verbund“ haben wir vor einiger Zeit eine kleine Umfrage zum Thema „Was motiviert euch in Corona-Zeiten?“ durchgeführt. Das Ergebnis ist natürlich nicht repräsentativ, spannend ist es trotzdem. Unter den Antwortmöglichkeiten wurde am häufigsten geklickt auf „Wir sind ein tolles Team und helfen uns gegenseitig“, gefolgt von „Ich liebe meinen Beruf“ und „Mein Chef/meine Chefin ist einfach super sympathisch“. Mit einigem Abstand folgte „Unsere Arbeit ist gerade jetzt so wichtig“ und – mit noch mehr Abstand – „Die beste Kaffeemaschine“ sowie „Schokolade“. Niemand wählte die Antwort „Geld, einfach nur richtiges Geld“.

Geld zur Belohnung ist die typische extrinsische Motivation, die leider nur so lange anhält, wie das Geld fließt. Anders ist es bei Menschen, die aus eigenem Antrieb heraus tun, was zu tun ist. Neugier, Interesse und Anerkennung der eigenen Leistung sind typisch für eine intrinsische Motivation. Als Chef oder Chefin können Sie Ihr Team dabei unterstützen, sich mit der Praxis zu identifizieren – oder im Gegenteil demotivierend wirken.

Das Team bei Kräften halten
Katrin Holzinger ist Geschäftsführerin und Dozentin des Dr. Holzinger Instituts. Sie weiß, dass eine gute Bezahlung für die Leistungen im Job der Kern einer wertschätzenden Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter ist. Mindestens genauso wichtig ist eine motivierende Mitarbeiterführung. „Zeigen Sie Kompetenz, bauen Sie Vertrauen auf und binden Sie das Team authentisch ein“, rät sie und warnt davor, mit dem Feingefühl einer Dampfwalze aufzutreten. „Stärken Sie Ihr Team für kritische Situationen und halten Sie es in der Krise bei Kräften“, fordert Holzinger.

Umgang mit der Angst
Wer durch die Krise führen will, braucht Selbstbewusstsein und Mut – auch angesichts eigener Sorgen. Es erschwert die Arbeitsatmosphäre, wenn man spontan Angst oder gereizte Stimmung zeigt. Besser sind rationale Anstrengungen, um die Praxis und das Personal sicher durch die Krise zu lenken.

Holzinger bezeichnet Angst als das absolute Gift für die Motivation. Druck vergiftet das Arbeitsklima und vergrault die Mitarbeiter über kurz oder lang. Wobei sie nicht nur Kündigungen meint, sondern auch eine Gefährdung der Unternehmensziele durch Resignation und Leistungsabfall.

Das Schiff wieder auf Erfolgskurs bringen
„In unseren Coachings und Ausbildungen lernen Führungskräfte, sich selbst zu steuern“, berichtet Holzinger, „was gerade in schwierigen Situationen oder Krisen sehr hilfreich ist.“ Man lernt etwa, Ängste und Motivationsblockaden bei sich selbst und anderen zu erkennen und zu lösen. Gerade in der Krise, wenn der Druck hoch ist, sind oft schnelle Antworten und Reaktionen gefordert, damit die Situation nicht noch weiter abrutscht.“, sagt Holzinger. „Und das lernt man am besten bei einem Coaching“, empfiehlt sie nicht ganz uneigennützig.

Ruth Auschra

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