PA-Studentin Vanessa Billing in der Praxisphase

Wie fühlt es sich an, wenn man als Studentin wieder in die Praxis kommt, in der man seine Ausbildung zur MFA gemacht hat? Vanessa Billing studiert Physician Assistant Arztassistent. Das erste Semester ist vorbei, inzwischen ist sie in der Praxisphase im MEDI-MVZ bei den „Hausärzten am Spritzenhaus“ in Baiersbronn.

MEDI: Liebe Frau Billing, seit Oktober 2019 studieren Sie an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe „Physician Assistant – Arztassistent“. Wie sind die Prüfungen nach dem ersten Semester gelaufen?

Billing: Meine Prüfungen sind super gelaufen!

MEDI: Sie haben Anfang Januar Ihre erste Praxisphase bei den „Hausärzten am Spritzenhaus“ in Baiersbronn begonnen. Die Praxis kennen Sie aus Ihrer Zeit als MFA. Übernehmen Sie jetzt andere Aufgaben als damals?

Billing: Ja, ich übernehme aktuell viele neue Aufgaben in der Praxis, wie zum Beispiel die Voruntersuchung der Patienten, wenn sie zum Beispiel wegen eines grippalen Infekts, Magen-Darm-Beschwerden oder Knieschmerzen kommen.

MEDI: Das heißt, Ärztinnen und Ärzte werden von Routine-Aufgaben entlastet. Andererseits haben Patientinnen und Patienten dadurch weniger Arztkontakte. Gibt es dazu Reaktionen?

Billing: Die Patienten reagieren sehr gut darauf, und freuen sich immer, dass es junge Menschen gibt, die sich dem Beruf widmen. Und sie wünschen mir auch immer liebevoll „viel Erfolg“, wenn sie das Sprechstundenzimmer verlassen. Meine Chefs stellten mich auch immer vor und erklärten den Patienten meine Funktion.

MEDI: Gibt es weitere Aufgaben, die Sie jetzt als PA-Studentin übernehmen?

Billing: Ich mache auch die Untersuchungen, die für die Checks und DMP notwendig sind. Wenn meine Chefs Notarztwoche haben, fahre ich auch mit. Das finde ich sehr toll, spannend und lehrreich. Und ich mache Bürokram, zum Beispiel bearbeite ich zurzeit häufig Sozialamtsanfragen, die auf das Schwerbehindertenrecht bezogen sind.

MEDI: Hat sich Ihr Verhältnis zu den Patientinnen und Patienten durch Ihre neue Position verändert?

Billing: Mein Verhältnis zu den Patienten ist gleich geblieben. Man muss ja auch als MFA professionell gegenüber den Patienten auftreten können, also hat sich da nicht viel verändert. Nur das Gefühl, die Anamnese zu erheben, war am Anfang ein wenig seltsam. Man empfindet die Situation als PA-Studentin doch anders als früher als MFA. Man soll ja schließlich auf eine Verdachtsdiagnose kommen.

MEDI: Wie ist das Verhältnis zu Ihren Kolleginnen und Kollegen? Ist das jetzt anders?

Billing: Nein, das Verhältnis zum Praxisteam hat sich nicht verändert. Ich verhalte mich weiterhin neutral und helfe meinen Kolleginnen, wenn sie Hilfe benötigen.

MEDI: Welche Aufgaben würden Sie nach dem Studium reizen?

Billing: Ultraschall finde ich super spannend. Das werde ich in Zukunft auch noch lernen. Und die Akutsprechstunde macht mir total viel Spaß! Aber ich finde es auch sehr interessant, die Sozialamtsanfragen zu schreiben.

Ruth Auschra

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