Videosprechstunde: „Wir hätten nicht gedacht, dass es so einfach ist“

Petra Schäfer ist eine zupackende MFA und nicht nur Praxismanagerin, sondern eine echte Krisenmanagerin in Zeiten des Coronavirus. Innerhalb eines Wochenendes hat sie gemeinsam mit ihrem Chef Dr. Harald Stoll eine Videosprechstunde für die psychiatrische und psychotherapeutische Praxis in Herrenberg eingerichtet.

„Wir hätten niemals gedacht, dass das so einfach ist. Das ganze Team ist geflasht von dieser Möglichkeit und der reibungslosen Umsetzung“, erzählt die 54-Jährige begeistert im Gespräch mit MEDI.

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus haben KBV und GKV-Spitzenverband die Begrenzungsregelungen für Videosprechstunden aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge ab sofort nicht mehr limitiert. Gerade für psychotherapeutische Praxen aber auch die sprechende Medizin ist das aktuell eine Alternative den Patientenkontakt zu reduzieren, oder neben der Kinderbetreuung Zuhause weiterzuarbeiten.

Über ihr Notebook schickt Schäfer den Patientinnen und Patienten einen Zugangscode und einen Link, den sie oder er via SMS auf dem Smartphone erhält. Der Patient öffnet den Link und gibt den Code ein. Und schon befindet er sich im virtuellen Wartezimmer und wartet bis er aufgerufen wird. Fast wie im echten Leben.

„Immer mehr Patienten können aktuell ihre Termine bei uns nicht wahrnehmen, weil sie krank sind oder einfach Angst vor Ansteckungen haben“, erzählt Schäfer. Seit Montag bietet die MEDI-Praxis diesen Patienten die Therapiestunde via Smartphone oder Notebook an. Einige haben das Angebot bereits angenommen und sind genauso begeistert wie das Praxisteam.

Voraussetzung für die Videosprechstunde ist eine stabile Internetverbindung und die Zusammenarbeit mit einem lizenzierten Anbieter. Hier finden interessierte Praxen alles Wichtige dazu.

„Für uns ist diese neue Möglichkeit auch nach der Coronakrise eine echte Option, unsere Patientinnen und Patienten künftig noch flexibler zu versorgen“, sagt Schäfer.

Tanja Reiners

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