Müssen Chefs ihr Praxisteam auf Urlaubstage hinweisen?

Ja, Arbeitgeber müssen „klar und rechtzeitig“ ihre Beschäftigten auffordern, noch offenen Urlaub zu nehmen, und sie darauf hinweisen, dass er ansonsten verfällt. Folglich verfällt der Urlaubsanspruch somit nicht automatisch.

Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung erlischt der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub in der Regel nur dann am Ende des Kalenderjahres, wenn der Arbeitgeber zuvor über den konkreten Urlaubsanspruch und die Verfallfristen deutlich informiert hat und die Beschäftigten den Urlaub dennoch aus freien Stücken nicht genommen haben. Fehlt der Hinweis beziehungsweise die Aufforderung, können Praxisangestellte den Urlaub im Folgejahr nehmen. Im Falle eines späteren Ausscheidens muss der Praxisinhaber die nicht genommenen Urlaubstage vergüten.

So will es das Bundesurlaubsgesetz

Grundsätzlich muss der Jahresurlaub im laufenden Jahr genommen werden. Eine Übertragung ist nur dann zulässig, wenn dringende betriebliche oder beim Arbeitnehmer liegende Gründe das rechtfertigen. Zum Beispiel bei Verwaltungsproblemen im Betriebsablauf oder bei Krankheit.

Im Falle der Übertragung muss der Urlaub spätestens bis 31.3. des Folgejahres genommen werden. Wird er bis zu diesem Zeitpunkt nicht genommen, verfällt er nur, wenn der Arbeitgeber seiner Hinweispflicht ordnungsgemäß, wie oben dargestellt, nachgekommen ist.

Allerdings müssen Beschäftigte nicht zum Urlaub gezwungen werden. Wenn sie also trotz nachweisbarer Belehrung keinen Urlaub nehmen möchten, verfällt er am Jahresende beziehungsweise am Ende des Übertragungszeitraums.

Ivona Büttner-Kröber

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Messenger-Service

Erhalten Sie Neuigkeiten von MEDI direkt per App „Notify“ auf Ihr Smartphone.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Jetzt mitmachen: Protestaktion am 7. Dezember 2022

Die Protestaktion geht in die zweite Runde. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir Flagge zeigen und mit Praxisschließungen gegen die falsche Politik der Regierungskoalition protestieren. Denn: Die wohnortna...

Praxisschließungen am 7. Dezember: Ärzteschaft setzt Proteste gegen Gesundheitspolitik fort

Die Proteste der niedergelassenen Ärzteschaft in Baden-Württemberg gehen in die zweite Runde: Bereits am 5. Oktober setzten rund 300 Ärztinnen und Ärzte mit Praxisschließungen ein deutliches Zeichen gegen die aktuelle Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Am kommenden Mittwoch wird der Protest fortgesetzt. Er sei nur eine Aktion von vielen weiteren geplanten Maß-nahmen, kündigt Dr. Michael Eckstein an. Der hausärztliche Internist aus Reilingen organisiert für den Ärzteverband MEDI Verbund Baden-Württemberg e. V. den Protesttag.

Praxisschließungen am 7. Dezember: MEDI setzt Proteste gegen Gesundheitspolitik fort

Die Proteste der niedergelassenen Ärzteschaft in Baden-Württemberg gehen in die zweite Runde: Bereits am 5. Oktober setzten rund 300 Ärztinnen und Ärzte mit Praxisschließungen ein deutliches Zeichen gegen die aktuelle Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Am kommenden Mittwoch wird der Protest fortgesetzt. Er sei nur eine Aktion von vielen weiteren geplanten Maßnahmen, kündigt MEDI-Vizechef Dr. Michael Eckstein an. Der hausärztliche Internist organisiert für den Ärzteverband MEDI Ba-den-Württemberg e. V. den Protesttag.

Jetzt mitmachen: Protestaktion am 7. Dezember 2022

Die Protestaktion geht in die zweite Runde. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir Flagge zeigen und mit Praxisschließungen gegen die falsche Politik der Regierungskoalition protestieren. Denn: Die wohnortnahe und patientenorientierte Versorgung ist in akuter Gefahr!