MEDI-MVZ in Baiersbronn sucht neue Hausärzte

Das Medizinische Versorgungszentrum „Ärzte am Reichenbach – MEDI-MVZ GmbH“ im Schwarzwald entwickelt sich auch im neuen Jahr gut weiter: Seit sieben Monaten arbeitet eine Fachärztin im ehemals rein hausärztlichen MVZ mit, eine weitere Ärztin wird ihre Weiterbildung beenden und ein altgedienter Hausarzt spätestens Ende 2019 in den Ruhestand gehen. Dr. Wolfgang von Meißner ist Facharzt für Allgemeinmedizin, einer der Gründer und Gesellschafter des MEDI-MVZ und sehr zufrieden mit dem Lauf der Dinge.

MEDI-Blog: Herr Dr. von Meißner, seit Juli verstärkt die Dermatologin Dr. Carmen Bursac Ihr Team. Wie fällt Ihre bisherige Bilanz aus?

von Meißner: Wir haben nach einem grundversorgenden Facharzt für unser MVZ gesucht. Der größte Bedarf bestand hier in der Region im Bereich Dermatologie. Die Stelle wird durch die KV Baden-Württemberg gefördert (ZuZ). Deswegen haben wir eine entsprechende Stellenanzeige im Ärzteblatt geschaltet, auf die sich Frau Bursac beworben hat. Sie war zuvor schon in einem anderen MVZ außerhalb von Baden-Württemberg als Dermatologin tätig.

MEDI-Blog: Eine Fachärztin kommt in ein MVZ, das davor nur von Allgemeinmedizinern betrieben wurde. Mit welchen Umstellungen muss das Team rechnen?

von Meißner: Das ist für uns eine neue Erfahrung. Die Patientenfrequenz ist durch dieses wichtige Angebot der fachärztlichen Grundversorgung stark angestiegen. Die Nachfrage ist immer noch groß. Da wir von Anfang an ein Back-Office als Telefonzentrale eingerichtet haben, mussten wir dort nur etwas nachjustieren. Neu sind auch die dermatologischen Operationen, Untersuchungen und Testungen. Fachlich lernen wir alle dazu.

MEDI-Blog: Elena Klippstein ist Ärztin in Weiterbildung und wird diese im Laufe des Jahres abschließen. Und dann?

von Meißner: Frau Klippstein hat ihre ambulante Weiterbildung in der ehemaligen BAG Dr. Schaible/Schaible begonnen und wurde dann in unser MZV übernommen. Nachdem sie ihre Weiterbildung abgeschlossen hat, wird sie als angestellte Fachärztin für Allgemeinmedizin im MVZ arbeiten. Sie hofft auf eine Gesetzesänderung, damit angestellte Ärzte auch Anteile an dem MVZ erwerben könnten, in dem sie angestellt sind. Das ist bisher nur bei Verzicht auf eine eigene Niederlassung (Sitz) zugunsten der Anstellung im MVZ möglich.
Außer Elena Klippstein haben wir noch eine weitere Ärztin in Weiterbildung, Irina Murgu. Sie hat den ambulanten Teil ihrer Weiterbildung mit der Eröffnung des MVZ im April 2018 begonnen und wird nächstes Jahr ihre Weiterbildung bei uns abschließen.

MEDI-Blog: Anders bei Dr. Lutz Wäckers. Er ist auch Facharzt für Allgemeinmedizin und noch, zusammen mit seiner Frau, im MVZ angestellt – das soll sich jedoch in absehbarer Zeit ändern.

von Meißner: Richtig. Herr Dr. Wäckers ist über 70 Jahre alt. Früher hat er zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls Fachärztin für Allgemeinmedizin ist, eine BAG betrieben, jedoch keinen Nachfolger für die Praxis gefunden. Ursprünglich sah es so aus, dass die beiden ihre Praxis ohne Nachfolger schließen müssen, da die Ehefrau sie aufgrund der Größe nicht alleine weiterführen wollte. Dann änderten sie jedoch ihre Pläne und ließen sich in unserem MVZ anstellen. Mitte des Jahres wird Lutz Wäckers in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Seine Frau wird aber noch bei uns weiterarbeiten.

MEDI-Blog: Was wünschen Sie sich für Ihr MVZ in diesem Jahr?

von Meißner: Aktuell sind wir auf Nachfolgersuche für Dr. Wäckers für unseren Standort in Baiersbronn-Klosterreichenbach. Dr. Richter in unserer Zweigpraxis in Waldachtal-Lützenhardt ist auch schon über 70 Jahre alt, deswegen brauchen wir für ihn auch eine Nachfolge. Für die Zweigpraxis können wir uns auch gut vorstellen, dass wir eine Ärztin oder einen Arzt zunächst anstellen und gut einarbeiten. Später könnte die Zweigpraxis wieder in eine klassische Einzelpraxis umgewandelt werden. Das wäre aus unserer Sicht ein weiterer Vorteil eines MEDI-MVZ: Wir könnten damit zeigen, dass Einzelpraxen, die von einer Schließung bedroht wären, unter dem Dach eines MEDI-MVZ so lange als Zweigpraxis betrieben werden könnten, bis die Nachfolge geregelt ist.

MEDI-Blog: Und wie kann MEDI Sie dabei unterstützen?

von Meißner: Von MEDI erhoffen wir uns weiterhin die gewohnt gute Unterstützung bei der strategischen Planung, beim Austausch und der Vernetzung mit anderen MEDI-MVZs und Großpraxen. Wir hoffen auch sehr auf eine sinnvolle Telematikinfrastruktur und verfolgen dabei die vielversprechenden Ansätze im Bereich der HZV und Facharztverträge der AOK Baden-Württemberg. Für unsere Praxis-IT planen wir die Umstellung auf eine Cloud-Lösung. In den MEDI-MVZs in Aalen und Böblingen gibt es das schon. Auch hier funktionieren Zusammenarbeit und Austausch von Erfahrungen mit MEDI hervorragend.

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