Neue Schadsoftware im Umlauf!

Zurzeit sind auffällig viele E-Mails mit angehängten Word-Dokumenten im Umlauf, die den Anschein erwecken, dass sie von Ärzten oder Praxen kommen. Die E-Mails sind in gutem Deutsch verfasst und als Rechnung oder Rechnungsreklamation getarnt.

Die vermeintliche Reklamation hat in den meisten Fällen die Mehrwertsteuer zum Thema. Die Empfänger sollen dazu verleitet werden, den Word-Anhang zu öffnen. Danach versucht Word ein Makro, also einen aktiven Bestandteil des Dokuments, auszuführen und eine Schadsoftware aus dem Internet herunterzuladen und auszuführen.

Im schlimmsten Fall kann auf diesem Weg ein Trojaner sämtliche Dateien eines PCs verschlüsseln. Man spricht in diesem Fall von einer Ransomware. Der geschädigte Nutzer bekommt dann in den meisten Fällen eine Aufforderung zur Zahlung eines Lösegelds.

Unser Tipp: Rechnungen nur als pdf
Besonders perfide: Bei den Absendern handelt es sich um Praxen, die tatsächlich existieren. „Leider ist man gegen diese Form des Identitätsdiebstahls so gut wie machtlos“, erklärt Oliver Keutel, Leiter der IT-Administration bei der MEDIVERBUND AG, und rät: „Machen Sie Ihr Praxisteam, Ihre Kolleginnen und Kollegen und Menschen in Ihrem privaten Umfeld darauf aufmerksam, dass sie Rechnungen oder sonstige Anhänge nur im pdf-Format schicken sollen.“ Denn alle Office-Programme wie Word, Excel und Powerpoint können solche und ähnliche Software ausführen.

Sie haben eine verdächtige E-Mail bekommen?
Dann gehen Sie auf Nummer sicher, nehmen Sie den Telefonhörer in die Hand und rufen Sie den Absender an. Oder Sie löschen die E-Mail einfach. „Der Schaden einer infizierten Arztpraxis ist immens und geht schnell in höhere fünfstellige Beträge“, betont Keutel.

Um das Risiko einer solchen Infektion grundsätzlich zu minimieren, haben Sie folgende Möglichkeiten: Aktualisieren Sie regelmäßig Ihre Sicherheitssoftware. Beachten Sie jedoch, dass auch der aktuellste Virenscanner keinen hundertprozentigen Schutz bieten kann. Ratsam ist auch, die Ausführung von Makros aus Office-Dokumenten komplett zu deaktivieren. „Sichern Sie regelmäßig Ihre Daten und testen Sie mindestens einmal im Monat die Wiederherstellung Ihrer gesicherten Daten“, rät der IT-Fachmann. Ihr Systemhaus kann Sie in diesen Punkten beraten.

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Messenger-Service

Erhalten Sie Neuigkeiten von MEDI direkt per App „Notify“ auf Ihr Smartphone.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

0 Kommentare

Einen Kommentar zum Thema schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Polizei am Praxisempfang: Durchsuchung!

Polizei am Praxisempfang: Durchsuchung!

Mitten in der Sprechstunde werden Sie an den Empfang gerufen, weil mehrere Polizisten die Praxis durchsuchen wollen. Diesen Super-GAU können Sie nur beherrschen, wenn Sie darauf vorbereitet sind – und Ihre Rechte kennen. Was tun? Tipps von Strafverteidiger Matthias Klein, der sich als Fachanwalt für Strafrecht und Medizinrecht auf den Gesundheitssektor spezialisiert ist.

Digitale Psychotherapie: „Künstliche Situation“

Digitale Psychotherapie: „Künstliche Situation“

Seit der Pandemie leben wir alle in einem ständigen Remote-Zustand. Digitale Veranstaltungen sind das neue Normal. Auch die Videosprechstunde ist aus dem Praxisalltag nicht mehr wegzudenken und mittlerweile fester Bestandteil der Selektivverträge. Was viele Vorteile und Nutzen hat, ist aber auch in manchen Bereichen sehr behutsam einzusetzen – wie beispielsweise in der Psychotherapie, weiß Dr. Michael Ruland, Hausarzt, Psychotherapeut und stellvertretender MEDI-Vorstandsvorsitzender.

Investorengetragene MVZ sind Gefahr für ärztliche Freiberuflichkeit

Investorengetragene MVZ sind Gefahr für ärztliche Freiberuflichkeit

Investoren kaufen in Deutschland immer mehr Arztsitze auf und überführen sie in investorengetragene MVZ (iMVZ). Die Folgen: Ärztinnen und Ärzte geraten zunehmend unter Kommerzialisierungsdruck, die ärztliche Qualität leidet und das Patientenwohl ist in Gefahr. MEDI Baden-Württemberg e.V. fordert deshalb sinnvolle Gegenmaßnahmen.