Delegiertenversammlung: TI-Kosten müssen komplett übernommen werden

Die Delegiertenversammlung von MEDI Baden-Württemberg fordert Minister Spahn und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf, auf Krankenkassen und KBV einzuwirken, damit alle Kosten, die den Praxen bei Installation und Betrieb des TI-Konnektors entstehen, übernommen werden.

Einer entsprechenden Resolution stimmte das Gremium einstimmig zu. „Die in der Kostenerstattung enthaltenen 900 Euro stehen den Praxen und nicht der AIS-Industrie zu“, betont MEDI-Vorstandschef Dr. Werner Baumgärtner. „Falls es wegen der Konnektortechnik zu Störungen im Praxisbetrieb kommt, sind diese Kosten ebenfalls zu übernehmen“, heißt es in der Resolution.

MEDI Baden-Württemberg und andere Verbände in MEDI GENO Deutschland werden wegen der nicht rechtskonformen Kostenerstattung in ihren KVen Musterklagen vorbereiten. „Wir prüfen aktuell auch noch Fragen zur veralteten Konnektortechnik und zur Sicherheit“, sagt Baumgärtner. „Diese Punkte könnten noch Gegenstand einer eigenen Klage werden.“

Ein weiteres Thema war das TSVG. Das Gesetz verbessert die Versorgung in den Praxen nicht, sind sich die Delegierten einig. Eingriffe in den Praxisablauf durch Terminservicestellen und der Zwang zu offenen Sprechstunden würden die Versorgung sogar verschlechtern. „Der ärztliche Nachwuchs wird unter diesen Bedingungen einen noch größeren Bogen um die Niederlassung machen“, warnt der MEDI-Chef, „ein Einstieg in die Entbudgetierung sieht anders aus.“ Die Delegierten sehen die Terminservicestellen als „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für KVen“, die die Niedergelassenen selbst finanzieren müssen. Wie Patientensteuerung und schnellere Facharzttermine besser klappen, zeigen die Hausarzt- und Facharztverträge. „Deswegen setzen wir uns für die Förderung dieser Verträge nach § 140a SGB V ein. Die notwendigen Änderungen liegen dem BMG vor“, so Baumgärtner.

Zum Schluss hat die Delegiertenversammlung zwei Satzungsänderungen zugestimmt: Mitglieder können sich künftig auch zu Rechtsfragen rund um die Niederlassung kostenfrei an die Syndikusanwälte des MEDIVERBUNDs wenden. Und Senioren müssen ab 2019 keinen Mitgliedsbeitrag mehr entrichten.

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Messenger-Service

Erhalten Sie Neuigkeiten von MEDI direkt per App „Notify“ auf Ihr Smartphone.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

0 Kommentare

Einen Kommentar zum Thema schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommunikation schwerer Diagnosen: „Sich trauen, zu fragen“

Kommunikation schwerer Diagnosen: „Sich trauen, zu fragen“

Die Übermittlung einer schweren Diagnose stellt nicht nur für Patienten eine Ausnahmesituation dar, sondern auch für Ärzte. Wie kann das schwierige Gespräch für beide Seiten der Situation entsprechend gut verlaufen? MEDI hat sich bei Experten umgehört.

Im HZV-Kinder- und Jugendarztmodul der AOK nehmen 600 Ärzte teil

Im HZV-Kinder- und Jugendarztmodul der AOK nehmen 600 Ärzte teil

Aktuell versorgen 600 Kinder- und Jugendärzte inklusive angestellter Ärzte, Praxispartner und Sicherstellungsassistenten rund 215.000 junge Versicherte – und pro Quartal kommen durchschnittlich 5.000 neue dazu. Das eigenständige Pädiatriemodul im Vertrag der hausarztzentrierten Versorgung der AOK Baden-Württemberg verbindet spezifische Früherkennungs- und Versorgungsleistungen mit einem fairen Honorar. Im achten Jahr nach seinem Start macht das Modul bei vielen Praxen einen nicht mehr wegzudenkenden Patienten- und Honoraranteil aus.