„Viele Praxen setzen die Verordnung zu lax um“

Seit dem 25. Mai hat die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) auch für Praxen Gültigkeit. Genau wie MEDI Baden-Württemberg bietet auch MEDI Südwest den Mitgliedern hierbei Unterstützung an. Indes beobachtet Geschäftsführer Axel Motzenbäcker, dass die Verordnung von vielen Praxen zu oberflächlich umgesetzt wird.

MEDI: Herr Motzenbäcker, wie äußert sich das?

Motzenbäcker: Viele Ärzte fragen sich nur, ob sie einen Datenschutzbeauftragten brauchen. Wenn nicht, ist für sie das Thema erledigt. Das ist aber fahrlässig, denn die durch die DSGVO normierten umfangreichen Auskunfts- und Informationspflichten für Patienten müssen alle Praxen erfüllen. Hinzu kommen umfangreiche Meldepflichten bei Datenpannen gegenüber den Landesdatenschutzbehörden. Hier müssen Praxen formelle Anforderungen erfüllen, die schon fast ein eigenes Qualitätsmanagement erfordern. Dazu kommen umfangreiche Dokumentationspflichten und Fortbildungsverpflichtungen für die Praxisteams.

MEDI: Welche Hilfestellung bekommen Ihre Mitglieder?

Motzenbäcker: Wir haben ein Paket mit unterschiedlichen Maßnahmen geschnürt. Beispielsweise besuche ich als Fachkraft für Datenschutz (DEKRA) Praxen für einen Datenschutzaudit, um sie bei der Erfüllung der compliance-rechtlichen DSGVO-Vorgaben zu unterstützen. Darüber hinaus koordinieren wir die Anpassung der Netzwerkstrukturen in den Praxen mit ihren Software- und Servicepartnern. Auf Wunsch können wir auch zusätzlich ein DIN-ISO-QM-System implementieren, was nicht nur aus DSGVO-Sicht Sinn macht.

Wir nehmen uns auch die Praxishomepage vor und passen sie bei Bedarf an. Wir achten darauf, dass es keine unnötigen Dokumentationen gibt und auch die eingesetzten Formulare DSGVO-konform sind. MEDI-Ärzte und ihre Teams können sich bei unseren QM-Schulungstagen oder in gesonderten Datenschutzschulungen zur DSGVO weiterbilden. Wir begleiten die Mitglieder durch den gesamten Prozess.

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Messenger-Service

Erhalten Sie Neuigkeiten von MEDI direkt per App „Notify“ auf Ihr Smartphone.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

0 Kommentare

Einen Kommentar zum Thema schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Entspannen trotz Stress in der Praxis – Tipps von MFA für MFA

Das Telefon klingelt nonstop, der Patient verwickelt einen in nervige Diskussionen und die Chefin wartet auf schnelle Unterstützung. Das Stresslevel von Medizinischen Fachangestellten ist besonders hoch – das zeigen auch aktuelle Studien. Die Pandemie hat die Situation in vielen Praxen noch mal verschärft. MEDI hat drei erfahrene MFA befragt, wie sie bei Hektik in der Praxis Ruhe bewahren und nach der Arbeit am besten abschalten können.

MEDI kritisiert FDP-Vorschlag zur Terminvergabe über kommerzielle Anbieter

Die FDP-Fraktion möchte die Terminvergabe von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten über kommerzielle Ärzteportale wie Doctolib oder Jameda finanziell fördern. Dieser Vorschlag stößt auch bei MEDI Baden-Württemberg e. V. auf großes Unverständnis. Modernste Online-Plattformen könnten nicht die strukturellen Probleme des Gesundheitswesens lösen und seien auch nicht in der Lage, Patientinnen und Patienten mit medizinischen Ersteinschätzungen zu helfen, mahnt MEDI-Vizechef und Kardiologe Dr. Norbert Smetak.

Menschen bei MEDI: Dr. med. univ. Ferdinand Gasser

Studiert und promoviert hat Dr. Ferdinand Gasser in Wien, danach ging seine berufliche Laufbahn in Süddeutschland weiter. Inzwischen ist der Orthopäde in Stuttgart und auch bei MEDI Baden-Württemberg angekommen: Er hat 2020 eine Praxis in Zuffenhausen übernommen und engagiert sich bei Young MEDI.