Koalitionäre wollen mehr Investitionen in die Pflege

Hamburg (pag) – Das Hamburger Gesundheitswesen startet eine Strategie und Öffentlichkeitskampagne zur Eindämmung des Antibiotikaverbrauchs. Die Akteure des Gesundheitswesens haben sich auf verschiedene Maßnahmen geeinigt.

Die Aufklärungskampagne „Antibiotika gezielt einsetzen“ richtet sich an die Bevölkerung und macht auf die Risiken von unsachgemäßem und unbegründetem Antibiotikagebrauch aufmerksam.

Gezielt für die Gesundheitsberufe gibt es andere Maßnahmen. Mit ihnen werden die Kenntnisse des Fachpersonals auf den aktuellen Stand gebracht, um sie für den richtigen Einsatz von Antibiotika zu sensibilisieren. So sollen Ärzte dafür gewonnen werden, verstärkt einen Schnelltest zur Unterscheidung von viralen und bakteriellen Infektionen einzusetzen, der ab 1. Juli 2018 von allen gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg will die Pharmakotherapie-Beratung für ihre Mitglieder zu deren individuellen Antibiotika-Verordnungen intensivieren. Geplant ist ein regelmäßiges Feedback der Verschreibungen für relevante Arztgruppen. Gefördert werden soll auch der Austausch zwischen verschiedenen Berufsgruppen. Dabei wollen die Verantwortlichen beispielsweise auf das bereits bestehende „Bündnis für gezielte Antibiotikatherapie“ und das MRE-Netzwerk Hamburg aufbauen.

Mithilfe von aktuellen Daten der Krankenkassen und deren Auswertung vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Nord soll der Erfolg der Kampagne überprüft werden. Jährlich stellen Ärzte in Hamburg über 560.000 Rezepte für Antibiotika aus. Die Hansestadt liegt damit im Vergleich zu anderen Bundesländern im Mittelfeld. Antibiotika werden in den alten Bundesländern deutlich öfter verordnet als in den neuen, Frauen erhalten die Medikamente öfter als Männer. Auch innerhalb Hamburgs gibt es regionale Unterschiede. Über 40 Prozent der Rezepte werden für Reserve-Antibiotika ausgestellt, die eigentlich nur im Ausnahmefall zum Einsatz kommen sollten.

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Victoria Weis
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