Nach zehn Jahren hausarztzentrierter Versorgung (HZV) ziehen der Hausärzteverband Baden-Württemberg, MEDI Baden-Württemberg, die BKK Vertragsarbeitsgemeinschaft (BKK VAG) Baden-Württemberg, stellvertretend für 53 Betriebskrankenkassen, sowie die Bosch BKK ein positives Fazit.


Über 2.500 Ärzte und mehr als 145.000 Versicherte nehmen an dem Vertrag teil, der unter dem Namen „BKK.Mein Hausarzt“ läuft. Den Partnern ist es gelungen, eine HZV mit einem einheitlichen Vertrag und einer besseren Versorgung der Versicherten im Land zu etablieren.

Im Rahmen dessen erzielten die Partner in den letzten Jahren richtungsweisende Fortschritte. Beispielsweise stärkten sie den Hausarzt in seiner Position als Lotse und reduzierten dessen bürokratische Aufgaben. Dadurch haben Hausärztinnen und Hausärzte wieder mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten. Neben der einfacheren Abrechnung reduzieren auch IT-gestützte Elemente den Praxisaufwand, wie zum Beispiel die Schnellinformation zur Einschaltung der Patientenbegleitung durch die Betriebskrankenkassen.

„Nach 10 Jahren HZV-Vertrag haben sich die Arbeitsbedingungen der Hausärzte in vielfältiger Weise verbessert, was der Versorgung unserer Patienten zugutekommt. Die Hausarztpraxen sind für die Patienten wieder ihr erster Ansprechpartner und können den Patienten helfen, sich im Gesundheitssystem zu Recht zu finden. Gerade für Kolleginnen und Kollegen, die um eine Nachfolge bemüht sind, kann die HZV ein entscheidender positiver Faktor bei der Suche sein. Die Kolleginnen und Kollegen können auf Grund von kalkulierbaren HZV-Einnahmen ihr Risiko viel besser abschätzen und sich mit realen Eurobeträgen auf die Niederlassung vorbereiten. Ohne HZV würde die Situation im Land an vielen Stellen schlechter aussehen“, sagt Dr. Berthold Dietsche, 1. Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg e. V.

Der Vorstandsvorsitzende von MEDI Baden-Württemberg, Dr. Werner Baumgärtner, ergänzt: „Die Kombination aus Hausarzt- und Facharztverträgen ist bundesweit einzigartig und hat sich in Baden-Württemberg eindeutig bewährt. Da es immer mehr chronisch kranke Patientinnen und Patienten gibt, wird sie auch immer wichtiger. BKK.Mein Hausarzt fördert nachweislich für alle Patientinnen und Patienten eine schnellere, gezieltere und bessere medizinische Versorgung. Dabei arbeiten Haus- und Fachärzte enger zusammen und eingeschriebene Versicherte bekommen schnellere Termine bei den Fachärzten – auch ohne dass sie sich an Terminservicestellen wenden müssen.“

Besonders qualifizierte Versorgungassistentinnen in der Hausarztpraxis, kurz VERAH®, ergänzen die Tätigkeit des Hausarztes und entlasten diesen gleichzeitig erheblich. Während das „Versorgungsmodul Adipositas“ das Ziel verfolgt, Patienten zur langfristigen Senkung und Stabilisierung des Körpergewichts zu verhelfen, dient „VERAH® TopVersorgt“ der intensiveren Betreuung von Patienten mit höhergradiger Herzinsuffizienz und/oder Diabetes mellitus Typ 2. Dabei übernimmt die VERAH® verschiedene Aufgaben, wie unter anderem Patientenmotivation, Case Management und Pflege des Medikationsplans. Daneben unterstützt und schult sie Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung.

Eine Befragung der teilnehmenden Versicherten ergab, dass sich über 70 Prozent im Umgang mit ihrer Erkrankung durch die VERAH® unterstützt fühlen. Am hilfreichsten finden sie das persönliche Gespräch mit der VERAH®, das rund zwei Drittel der Teilnehmer als ruhig und ohne Zeitdruck empfanden. Die Mehrheit der Befragten erklärt außerdem, dass sie durch die Beratung stärker auf Symptome und Warnhinweise achten und regelmäßiger Blutdruck, Blutzucker und Gewicht kontrollieren. Auch 96 Prozent der befragten Hausärzte gaben an, dass sie sich in ihrer Arbeit durch die VERAH® entlastet fühlen.

Die gemeinsam erarbeiteten Verbesserungen in den letzten zehn Jahren lassen auch die Betriebskrankenkassen positiv in die Zukunft blicken. Stellvertretend für die Betriebskrankenkassen im Land unterstreicht Frau Dagmar Stange-Pfalz, Vorsitzende des Vertragsausschusses der BKK VAG Baden-Württemberg gemeinsam mit Frau Dr. Gertrud Prinzing, Vorständin der Bosch BKK: „Der Hausarzt ist für uns Dreh- und Angelpunkt einer guten medizinischen Versorgung. Deshalb ist der Hausarztvertrag so wichtig für unsere Versicherten. Zu seinem Erfolgsrezept gehört auch, dass wir ihn im Laufe der Jahre weiterentwickelt haben, zum Beispiel indem wir ihn um Versorgungsmodule für Patienten mit Adipositas, Herzinsuffizienz und Diabetes erweiterten.“

Die Krankenkassen und die Ärzteverbände werden auch in Zukunft gemeinsam im Rahmen des BKK.Mein Hausarzt die Versorgung im Sinne der Patienten weiterentwickeln.

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