Berlin (pag) – Auf 12,63 Milliarden Euro Mehrumsatz der Privatversicherten im Vergleich zu gesetzlich Versicherten kommt eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). Damit ist 2015 der Wert um 1,4 Prozent bzw. 180 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.




Das WIP zieht in der Studie einen Vergleich der Leistungsausgaben für privat und gesetzlich Versicherte und quantifiziert damit die Summe, die dem Gesundheitssystem durch die Existenz der Privaten Krankenversicherung (PKV) zur Verfügung steht. Damit wird verdeutlicht, was niedergelassene Ärzte und Zahnärzte ohne Privatversicherte wären – nämlich um 50.200 Euro bzw. 61.900 Euro jährlich ärmer.
Der ambulant ärztliche Bereich profitiert am meisten von dem Mehrumsatz. Dieser beläuft sich auf 10,7 Milliarden Euro (+2,5 Prozent) im vorletzten Jahr und stellt 32 Prozent der gesamten Leistungsausgaben der PKV dar – die größte Leistungsart.
Wenn die Privatversicherten nach den gleichen Vorgaben und Regularien wie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgerechnet würden, ergäben sich statt den Ausgaben von 10,7 Milliarden im Jahr 2015 Ausgaben in Höhe von 4,64 Milliarden Euro. Damit liegt der Mehrumsatz in diesem Leistungsbereich bei 6,06 Milliarden Euro, rechnen die Studienautoren vor.
Der Ausgabenanstieg von 2014 zu 2015 lag in der GKV bei 4,4 Prozent und damit höher als in der PKV mit 2,5 Prozent. Im Durchschnitt sind die Leistungsausgaben für die ärztliche Behandlung damit von 2005 bis 2015 in der PKV um 3 Prozent pro Jahr gestiegen, wohingegen die gesetzliche Krankenversicherung einen Anstieg der Leistungsausgaben von 4,3 Prozent pro Jahr verzeichnet. Die GKV-Ausgaben in diesem Sektor betrugen im Jahr 2015 insgesamt 34,89 Milliarden Euro. Der Anteil der ambulanten ärztlichen Leistungen an den gesamten Leistungsausgaben der GKV lag bei 20,6 Prozent und damit deutlich niedriger als in der PKV.
Von den Gesamteinnahmen der niedergelassenen Ärzte entfallen 23,5 Prozent auf Privatversicherte, obwohl diese nur 11 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen. Umgekehrt formuliert: Die 89 Prozent GKV-Versicherten sind für 76,5 Prozent der Gesamteinahmen der Ärzte verantwortlich.
Die WIP-Studie „Mehrumsatz und Leistungsausgaben in der PKV – Jahresbericht 2017“ kann unter www.wip-pkv.de/fileadmin/user_upload/WIP-Diskussionspapier_1_2017_Mehrumsatz.pdf herunter geladen werden.