Berlin (pag) – Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verzeichnet bei Gesundheitsförderung und Prävention im Jahr 2016 das stärkste Wachstum seit 16 Jahren. Im ersten vollen Geltungsjahr des Präventionsgesetzes verfehlten die Kassen das Ziel von sieben Euro pro Versichertem nur knapp.


Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands zahlten die Krankenkassen in Deutschland im vergangenen Jahr durchschnittlich 6,64 Euro je Mitglied für Prävention (2015: 4,49 Euro). Von den insgesamt 474 Millionen Euro flossen demnach knapp 116,2 Millionen Euro in den Bereich Gesundheitsförderung in Lebenswelten. „Das ist gut dreimal so viel wie 2015“, heißt es. Die Zahl der Menschen, die sie damit erreichten, stieg jedoch vergleichsweise moderat um etwa ein Drittel auf rund 3,3 Millionen Versicherte.

Für die betriebliche Gesundheitsförderung gaben die Kassen laut GKV-Spitzenverband insgesamt 147 Millionen Euro aus. 2015 seien es noch 76 Millionen Euro gewesen. Im Vergleich zum Vorjahr erreichten sie dem Bericht zufolge damit etwa 20 Prozent mehr Betriebe und elf Prozent mehr Beschäftigte. Den konstanten Teilnehmerzahlen an Kursen zur Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährung und Rauchstopp steht eine Ausgabensteigerung von vier Prozent auf 211 Millionen Euro gegenüber.

Bezüglich der Inanspruchnahme zeigen sich bei den Versicherten deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Während bei den individuellen verhaltensbezogenen Präventionsangeboten mehr als 80 Prozent der Kursteilnehmer weiblich waren, erreichten die Kassen mithilfe der betrieblichen Gesundheitsförderung im Vergleich deutlich mehr Männer (63 Prozent). Bei der Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten halten sich die Anteile von Frauen und Mädchen gegenüber Männern und Jungen in etwa die Waage (52 Prozent zu 48 Prozent).

Der Präventionsbericht ist online einsehbar unter: https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/praevention_selbsthilfe_beratung/praevention_und_bgf/praeventionsbericht/praeventionsbericht.jsp