Berlin (pag) – Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Prof. Josef Hecken, betont bei den Pharma Trends den Stellenwert des Innovationsfonds. Die Fördersumme von derzeit 300 Millionen Euro jährlich hält er jedoch langfristig für nicht erforderlich.


„Die Krankenkassen verhalten sich nicht immer samariterhaft“, sagt Hecken. Sie investierten freiwillig nur in Bereiche, in denen sie einen Wettbewerbsvorteil erzielen können. „Das funktioniert aber nicht bei der Versorgung schwer kranker Patienten“, bemängelt der G-BA-Chef.

Um dieses Defizit auszugleichen, sei der Innovationsfonds ein geeignetes Instrument. „Wir brauchen eine externe Stelle, an der nicht die einzelne Krankenkasse über ihr Geld entscheidet, sondern die sich am Medical Need orientiert.“ Daher will Hecken den Innovationsfonds langfristig aufrechterhalten. Aber: „Wir brauchen das nicht bis zum Ende aller Tage in Höhe von 300 Millionen Euro pro Jahr.“ Perspektivisch hält er eine Fördersumme von 100 Millionen Euro jährlich für ausreichend, gepaart mit separaten Förderbudgets bei den jeweiligen Kassen.

Von den 300 Millionen Euro, die jährlich von 2016 bis 2019 zur Verfügung stehen, fließen 225 Millionen Euro in die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen Euro in die Versorgungsforschung. Die Mittel für den Fonds stammen aus dem Gesundheitsfonds und von der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Bundesversicherungsamt hat die Aufgabe, die Finanzmittel des Innovationsfonds zu verwalten. (Foto: pag)

Eine Liste der bisher geförderten Projekte ist auf der Webseite des G-BA einsehbar: https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/