München (pag) – Von 510 ausländischen Medizinern, die im vergangenen Jahr an der Fachsprachenprüfung in Bayern teilgenommen haben, haben nur 244 bestanden. Das entspricht einer Durchfallquote von 52 Prozent, teilt die Bayerische Landesärztekammer mit.


Seit 1. April 2017 müssen in Bayern Ärzte, die ihr Medizinstudium im Ausland absolviert haben, eine Fachsprachenprüfung absolvieren, um eine Berufserlaubnis oder die ärztliche Approbation zu erhalten. Zur Gewährleistung deutschlandweit vergleichbarer Standards hatte die Gesundheitsministerkonferenz der Länder im Jahr 2014 ein Eckpunktepapier zur Überprüfung der für die Berufsausübung erforderlichen Deutschkenntnisse in den akademischen Heilberufen erarbeitet. Danach müssen Ärzte auf der nachgewiesenen Grundlage von Kenntnissen der Stufe B2 über Fachsprachkenntnisse orientiert am Niveau C1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) verfügen.

Trotz hoher Durchfallquoten will Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Deutschkenntnisse von ausländischen Medizinern weiter wie bisher prüfen lassen. „Wir brauchen zwar mehr Mediziner, die für die Versorgung der Menschen da sind. Aber nur durch eine konsequente Prüfung der Fachsprachenkenntnisse kann die erforderliche Patientensicherheit gewährleistet werden.“

Zuvor hatte in Bayern der Nachweis des B2-Sprachniveaus genügt. Auch wenn schon dafür grundsätzlich erforderlich ist, dass sich Prüflinge gut mündlich und schriftlich in Deutsch ausdrücken können, hat sich laut Huml in der Praxis gezeigt, dass Inhaber eines B2-Zertifikats oftmals nicht in der Lage waren, sich ausreichend mit Patienten und Arbeitskollegen auf Deutsch zu verständigen. (Foto: pag)