Regierung und Landesregierung bemühen sich seit Wochen, dringend notwendige Schutzkleidung, Masken usw. zu besorgen. Angekommen ist bisher eher wenig. Ich gehe mal davon aus, dass dieser Zustand noch etwas andauern wird. Unsere Praxen sind bisher eher das Stiefkind der Verantwortlichen.
 Viel zu früh beginnt auch eine öffentliche Diskussion über eine Exit-Strategie, ohne verlässliche Zahlen und ohne, dass die Grundlagen zur Eindämmung und Steuerung der Infektionen erfüllt sind. Grundlagen für einen Exit sind aus meiner Sicht erstens: Schutzkleidung für alle Gefährdeten, zweitens: Masken für Jedermann in Kontaktsituationen, und drittens: Tests, um die Gesunden, die Infizierten und die Immunen zu identifizieren. Wenn das alles erfüllt wäre, könnten wir ein Ausstiegsszenario riskieren und steuern.



Auch unsere Praxen leisten Großartiges!

Im Fokus sind aktuell die Krankenhäuser und Pflegeheime, die Großartiges leisten, teilweise ohne die notwendige Schutzkleidung. Dies gilt aber auch für unsere Praxisteams, die es geschafft haben, die ambulante Versorgung trotz Coronakrise am Laufen zu halten, auch immer in der Gefahr, sich zu infizieren oder die Praxis geschlossen zu bekommen. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe meine Praxis als Corona-Schwerpunktpraxis gemeldet und arbeite so oft es geht in der Praxis.

Ich bedanke mich auch bei der KV-Führung wegen des Schutzschirms und weiterer notwendiger Regelungen im EBM, damit die wirtschaftliche Existenz unserer Praxen nicht wegbricht. Mein besonderer Dank gilt aber unseren Vertragspartnern bei den Haus- und Facharztverträgen für schnelle und flexible Regelungen, die den Praxen im Selektivvertrag Sicherheit geben.

Ein besonderer Dank gilt auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei MEDI Baden-Württemberg e.V. und der MEDIVERBUND AG, die alles getan haben, um unsere Mitglieds- und Vertragspraxen zu unterstützen. In kürzester Zeit haben wir unsere Abläufe auf digital umgestellt, eine Bestell- und Abgabelogistik für Schutzkleidung aufgebaut. Trotzdem lief das Tagesgeschäft wie Abrechnung oder Verhandlung von Schutzregelungen für die Praxen weiter. In Krisenzeiten zeigt sich, ob eine Organisation handlungsfähig ist!

Ich gehe davon aus, dass die Krise noch einige Zeit anhalten wird und unsere Mitgliedspraxen weiter unsere Unterstützung brauchen. Wir brauchen aber auch Ihre Hilfe, damit wir nicht zu stark in wirtschaftliche Risiken gehen müssen, deshalb auch die folgende Abfrage:

Welche Produkte brauchen die Praxen unserer Mitglieder?

Auf unserer Webseite unter www.medi-verbund.de/umfrage finden Sie eine Abfrage, bei der wir prüfen möchten, was den Praxen aktuell fehlt und/oder in nächster Zukunft fehlen wird. Bitte nehmen Sie an der Abfrage teil, wir brauchen Ihren Input. Wir müssen bei allen Bestellungen in Vorkasse gehen und tragen somit das Risiko, deshalb ist Ihre Rückmeldung wichtig, um den genauen Bestellbedarf zu ermitteln.

Neues Bestellformular:

Im zweiten Schritt, gibt es dann für alle Produkte, die wir gemäß des Abfrageergebnisses einkaufen werden, auf unserer Webseite ein Bestellformular unter www.mediverbund-ag.de/bestellformular auf dem Sie verbindlich für uns und für Sie bestellen können. Übersteigt die Nachfrage unseren Bestand, so sind die Artikel über das Bestellformular so lange blockiert, bis wir wieder liefern können. Das bedeutet, wenn die Bestellung angenommen ist, ist sie verbindlich und Sie erhalten Ihre Ware. Hier noch ein dringender Hinweis: Bitte keine „On-Off-On-Bestellungen“, damit werden unsere Bestell- und Abgabekapazitäten unnötig belastet, das schaffen wir so nicht!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

obwohl vieles aktuell Neuland für uns ist, werden wir bis Ende nächster Woche insgesamt 500.000 FFP2-Atemschutzmasken an unsere Besteller abgegeben haben. Wir sind finanziell und logistisch an unsere Grenzen gegangen, haben gehandelt, wo andere nur geredet haben. Ich denke, der Einsatz war es wert.

Wir müssen uns und unsere Teams schützen. Halten Sie durch und bleiben Sie gesund!

Hier können Sie noch einmal das gesamte Rundschreiben lesen.