Berlin (pag) – Schaut man sich den aktuellen Geschäftsbericht des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) an, scheint vor allem das im Februar in Kraft getretene GKV-Selbstverwaltungsstärkungsgesetz einschneidend für den Ausschuss gewesen zu sein. Dennoch habe der G-BA 2016 gute Ergebnisse geliefert – „allerdings begleitet und zuweilen sogar überschattet von den Beratungen und Diskussionen“ zum Gesetz, heißt es in dem Bericht.




Mit insgesamt 374 Beschlüssen im Berichtsjahr sei die Zahl der Einzelentscheidungen des G-BA im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gestiegen. Zudem habe der Ausschuss seit Beginn der Zusatznutzenbewertung gemäß Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) insgesamt über 200 Verfahren zur Bewertung von neuen Wirkstoffen abgeschlossen und diese differenziert bewertet, heißt es im Vorwort des Geschäftsberichts. „Themen wie fehlende oder schwache Daten zum Endpunkt Lebensqualität, der Umgang mit oft fehlender Evidenz zu Langzeiteffekten und mit dem atypischen Zulassungskonzept der sogenannten Adaptive Pathways auf Basis noch unvollständiger Daten sowie die Tatsache, dass Orphan-Drugs über das gesetzliche Privileg bei zum Teil schlechter Datenlage und nur geringfügigen patientenrelevanten Effekten dennoch –mit extrem hohen Jahrestherapiekosten verbunden – in die Versorgung kommen, werden den G-BA und das Verfahren der frühen Nutzenbewertung auch weiterhin vor Herausforderungen stellen“, zählt der Bericht aktuelle Probleme auf.


Neben dem steigenden Arbeitspensum und der in Frage gestellten Legitimation des Gremiums gibt es aber auch Entwicklungen, über die sich Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA, freut: Dazu gehört der Innovationsfonds. „Seit Veröffentlichung der Förderbekanntmachungen zu den neuen Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung im April 2016 gingen insgesamt knapp 700 Förderanträge mit einem Gesamtantragsvolumen von 1,7 Milliarden Euro in der Geschäftsstelle des Innovationsausschusses ein“, erläutert Hecken im Bericht. Aktuell werden 29 Projekte zu neuen Versorgungsformen und 62 Projekte zur Versorgungsforschung gefördert, die dafür zur Verfügung stehenden Mittel von 300 Millionen Euro seien vollständig ausgeschöpft worden.
Den Geschäftsbericht finden Sie unter https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4345/2017-07_18_G-BA_Geschaeftsbericht.pdf