Berlin (pag) – Die AOK startet ein digitales Gesundheitsnetzwerk zum Datenaustausch zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken. Testregionen werden Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Das Netzwerk bietet eine digitale Akte, mit der sich medizinische Informationen bereitstellen und abrufen lassen. Der sektorenübergreifende Austausch soll die Behandlung der Patienten optimieren und zu mehr Patientensicherheit führen.


Gestartet wird im November in Mecklenburg-Vorpommern mit zwei Kliniken und dem Ärztenetz „HaffNet“. Etwa 8.000 AOK-Versicherten stehen zunächst vier Anwendungen zur Verfügung: Das Aufnahme- und Entlassmanagement in den beteiligten Kliniken, der Austausch von Dokumenten zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten, die Möglichkeit zum Hochladen eigener medizinischer Dokumente wie Organspendeausweis oder Mutterpass sowie die Option, selbst erhobene Messwerte in die eigene Akte einfließen zu lassen. Im Januar soll das Netzwerk auch in Berlin an den Start gehen. Beteiligt sind neun Kliniken und 13 Medizinische Versorgungszentren von Vivantes sowie das Sana-Klinikum Lichtenberg. Zusammen versorgen sie pro Jahr etwa 114.000 AOK-Versicherte, die künftig die digitale Akte nutzen können. Zusätzlich werden den teilnehmenden Patienten in Berlin ein digitaler Medikationsplan, die Bereitstellung von Labordaten durch die beteiligten Ärzte sowie die Möglichkeit zur Terminvereinbarung mit Kliniken und Ärzten angeboten.

„Unser Ziel ist ein bundesweites Angebot für die AOK-Versicherten, das regional verschieden ausgestaltet wird“, sagt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Alle diese Lösungen seien aber „anschlussfähig“, könnten vernetzt und an die Telematik-Infrastruktur angedockt werden, die die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) gegenwärtig erarbeitet. Das AOK-Gesundheitsnetzwerk sei als offene Plattform konzipiert und soll schrittweise allen Akteuren im Gesundheitswesen zur Verfügung stehen – auch anderen Krankenkassen. „Ein besonderes Merkmal ist die dezentrale Datenhaltung, die vor Datendiebstahl schützt“, erklärt Projektleiter Christian Klose. „Die Daten bleiben beim Arzt oder bei der Klinik, wo sie erhoben wurden.“ Die AOK habe keinen Zugriff auf sie. Zudem könne der Patient selbst entscheiden, welcher Arzt welche Informationen und Dokumente in der Gesundheitsakte einsehen darf.