
Wer Sonne, Strand und See ohne Reue genießen will, muss aufpassen: Sonnenallergien und Hautschäden nehmen zu.
UV-Licht hat auch Schattenseiten
Sobald sie jetzt wieder länger in der Sonne sind, bemerken viele Menschen unangenehme Hautreaktionen. Pusteln, Pickel, Bläschen, Rötungen und Juckreiz sind die typischen Anzeichen für eine Sonnenallergie. Sie ist eigentlich keine echte Allergie, sondern eine Fehlreaktion des Immunsystems auf die UV-Strahlung. Dadurch kommt es zur Ausschüttung von Histamin: Dieser Botenstoff löst die allergieähnlichen Symptome aus.
Pillen helfen wenig
Um lichtbedingten Hautirritationen vorzubeugen, wird häufig die Einnahme von Kalzium oder Betacaroten empfohlen. Es gibt jedoch keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass diese Stoffe gegen Sonnenallergien wirken. Empfindliche Personen mit heller Haut können sich auf die Sonne durch das so genannte Hardening vorbereiten. Dabei handelt es sich um eine leichte Bestrahlung mit künstlichem UV-Licht. Sie sollte unbedingt beim Hautarzt erfolgen: In Sonnenstudios fehlen die medizinischen Kenntnisse und oft auch geeignete Geräte, um die Strahlung richtig zu dosieren.
Raus aus der Sonne
Wer einen Ausschlag bemerkt, muss unbedingt in den Schatten und sollte einige Tage die Sonne meiden. Cortisonhaltige Salben oder Cremes fördern die Heilung. Auch die Einnahme eines Antihistaminikums hilft.
Ohne Sonnenschutzmittel geht es nicht
Sie schützen nicht nur vor dem Sonnenbrand, sie mindern auch das Risiko für Hautirritationen. Achten Sie nicht nur auf den Lichtschutzfaktor: Ihre Sonnenmilch sollte auch einen hohen UV-A-Schutz bieten. Wer erfahrungsgemäß zu allergischen Reaktionen neigt, greift am besten auf ein Gel oder eine fett- und emulgatorfreie Lotion zurück, die mindestens den Lichtschutzfaktor 20 aufweist. Sonnenallergiker sollten nur After-Sun-Produkte benutzen, die speziell für sie entwickelt wurden.
Reizen Sie den Lichtschutz nie ganz aus
Personen mit empfindlicher, heller Haut sollten gänzlich ungeschützt höchstens etwa fünf Minuten in der Sonne bleiben. Mit Lichtschutzfaktor 20 verlängert sich die maximale Aufenthaltsdauer demnach auf 5 mal 20 Minuten – rein rechnerisch wäre also ein Sonnenbad von 100 Minuten möglich. Experten empfehlen jedoch, diese Zeit nicht auszunutzen. Denn trotz guter Sonnenschutzmittel nimmt die Zahl der Hautkrebserkrankungen zu. Hautärzte raten deshalb, pro Jahr höchstens 50 Sonnenbäder zu je 20 Minuten zu nehmen – natürlich gut eingecremt. Besuche im Solarium zählen dabei mit!
Hautveränderungen? Ab zum Arzt!
Bräunliche Sonnenflecken können vom Laien nicht von gefährlichen Hautveränderungen unterschieden werden. Dazu zählen unter anderem aktinische Keratosen: Diese lichtbedingten Verhornungsstörungen äußern sich durch gerötete Stellen mit rauer Oberfläche. Keratosen sind nicht bösartig, können aber eine Vorstufe von Hautkrebs sein. Immer öfter diagnostizieren Hautärzte auch Basaliome. Diese hautfarbenen Geschwüre bilden zwar nur selten Metastasen, können aber stark nach innen wuchern und dabei Bindegewebe, Knorpel und sogar Knochen zerstören. Bei frühzeitiger Diagnose lässt sich ein Basaliom in der Regel problemlos entfernen.

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